Kreis Pinneberg

30.000 Tonnen Streusalz gelagert

Minister: Alle 26 Straßenmeistereien sind für Winterdienst gewappnet. Allein in Quickborn sind 21 Mann im Einsatz

Kreis Pinneberg. Der Winter kann kommen, was die Sicherheit auf den Straßen im Land angeht. Am Montag besuchte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer die Straßen- und Autobahnmeisterei in Quickborn, um sich ein Bild davon zu machen, wie gut die Mitarbeiter dort vorbereitet sind, wenn in den nächsten Wochen der Schnee fällt und die Straßen vereist sind. „Es ist eine logistische Meisterleistung, damit das alles klappt und die Arbeit der 26 Autobahn- und Straßenmeistereien genau aufeinander abgestimmt sind.“

Wie dies funktioniert, beschrieb Dirk Putzer von der Straßen- und Autobahnmeisterei Quickborn. „Mein Personal steht zwischen November und April 24 Stunden auf der Matte. Das Familienleben für die Kollegen ist in dieser Zeit eher zweitrangig.“ Seine 28 Mitarbeiter, darunter 21 Straßenwärter, müssten bei Frost und Schneefall sofort mit den zehn Streu- und Räumfahrzeugen ausrücken, um zwischen Neumünster und der Hamburger Landesgrenzen 54 Kilometer Autobahnen, 59 Kilometer Bundes- und 118 Kilometer Landesstraßen sowie 109 Kilometer Radwege von Schnee und Eis zu befreien. „Wenn es hart auf hart kommt, haben wir diese Verkehrswege in drei Stunden komplett abgestreut und freigeräumt.“

Hart traf es die 613 Straßenwärter Schleswig-Holsteins im vergangenen Winter, der bis in den April hinein Frost brachte. 80.000 Tonnen Salz wurden da auf die Straßen gestreut. Das kostete das Land 23,5 Millionen Euro. Im Jahr davor zeigte sich der Winter dagegen von seiner milderen Seite. Da waren nur 11.000 Tonnen Salz nötig. Die Kosten beliefen sich auf 9,9 Millionen Euro.

Um auf dieses vollkommen ungewisse Szenario einigermaßen vorbereitet zu sein, habe sich das Land jetzt zunächst mit 30.000 Tonnen Streusalz eingedeckt, sagt Minister Meyer. Damit sollen die 535 Kilometer Autobahnen und das insgesamt 7600 Kilometer lange Netz an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen von 6 bis 22 Uhr bis zum Frühjahr von Schnee und Eis befreit werden. Falls diese Menge nicht ausreichen sollte, könnte relativ schnell nachbestellt werden. „Wir haben bereits entsprechende Verträge mit den Zulieferern abgeschlossen.“ Die Lager seien jedenfalls alle voll, wie das in Quickborn, wo jetzt 1000 Tonnen Streusalz lagern. „Notfalls können wir uns noch von unserem Lager in Bad Bramstedt bedienen, wo nochmals 600 Tonnen liegen“, sagt Straßenmeisterei-Leiter Putzer.

Der Einsatz seiner Leute, die direkt von der Autobahn-Anschlussstelle Quickborn aus starten, sei bis ins kleinste Detail abgestimmt, erklärt Putzer. So würde bei einsetzendem Schneefall ein Fahrzeug in Richtung Schnelsen losfahren, um von dort in Richtung Norden bis Bad Bramstedt weiterzufahren. Gleichzeitig fahre ein zweites Fahrzeug über die A7 nach Neumünster und wieder zurück nach Quickborn. Während ein drittes Fahrzeug die Anschlussstellen und Parkplätze an der Autobahn schnee- und eisfrei mache. Für die Mitarbeiter bedeute dies Schwerstarbeit, wie Straßenwärter Denis Gadomski sagt. „Am schlimmsten sind die Doppelschichten.“ Dann seien er und seine Kollegen nicht vier, sondern bis zu zehn Stunden am Stück unterwegs. Und das rund um die Uhr. „Wenn Sie noch schlafen, sind wir schon auf der Straße“, sagt Mark Lewien. Der Anruf für den nächsten Einsatz könnte jederzeit auch am Wochenende erfolgen. Dann müssten sie sofort ausrücken. Eine Vorlaufzeit gibt es nicht.

Gleichwohl seien die Autofahrer für ihre Sicherheit selbst verantwortlich, mahnte Verkehrsminister Meyer. Wer ein Streufahrzeug überhole, dürfe sich nicht über Schnee- und Eisglätte beschweren. Und die zugefrorene Windschutzscheibe sollte bereits vor der Abfahrt freigekratzt sein, damit es nicht an der nächsten Ecke zum Unfall käme.

Für die 21 Straßenwärter in Quickborn ist es der letzte Winter auf der A7. Nächstes Jahr übernehmen private Kräfte den Winterdienst, weil im Zuge des Ausbaus der A7 zwischen Hamburg und Bordesholm auch Betrieb und Unterhaltung privatisiert worden sind, erklärt Torsten Conradt vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr. Zurzeit laufe das Ausschreibeverfahren, an dem sich vier Firmen beteiligt haben. In Quickborn würden dann acht Mitarbeiter weniger benötigt, die durch Altersabgänge abgebaut werden sollen.