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„Kommunen sollten bei Sozialbestattungen in Vorleistung gehen"

Bestatter müssen bei Sozialbestattungen oft mehrere Monate auf ihr Geld warten. Auch im Kreis Pinneberg beklagen sie die häufig schlechte Zahlungsmoral der öffentlichen Hand, wie Rolf Matthießen aus Pinneberg bestätigt. Er ist Vorsitzender des Bestatterverbandes Hamburg, Obermeister seiner Innung in Schleswig-Holstein und Mitglied des Verbandes Deutscher Bestatter.

„Es dauert vier bis sechs Wochen, bevor Sozialämter signalisieren, ob sie die Rechnung für die Beerdigung tragen.“ Solange gehe der Bestatter in Vorleistung mit der Angst, auf den offener Rechnungen sitzen zu bleiben. „Wir können den Angehörigen ja schlecht zumuten, dass sie wochenlang auf die Beerdigung warten müssen“, sagt Matthießen. Meist ist das Geld erst nach mehreren Monaten auf dem Konto. Gerade kleinere Unternehmen seien dadurch in ihrer Existenz bedroht. „Die Prüfverfahren bei den meisten Sozialämtern dauern zu lang“, sagt Matthießen.

Bestatter würden Angehörigen mit der Antragstellung helfen, doch es seien die aufwendigen Prüfverfahren, die das Verfahren hinauszögerten. Es müssten beispielsweise Angehörige ermittelt werden, die sich möglicherweise an den Kosten für die Bestattung beteiligen könnten. Der Kreis der zu Prüfenden kann manchmal groß sein. Ehepartner, Kinder, Eltern, Geschwister sind laut Totenfürsorgerecht bestattungspflichtig. Er spricht sich dafür aus, dass die Kommunen bei einem Sterbefall erst einmal in Vorleistung gehen und das Risiko nicht auf die Bestatter abwälzen.