Beweissicherung für die gesperrte Sporthalle

Die Stadt Barmstedt stellt sich auf ein monatelanges juristisches Verfahren ein

Barmstedt. Die Sperrung der neuen Doppelsporthalle in der Barmstedter Schulstraße droht zu einer unendlichen Geschichte zu werden. „Wir werden jetzt in das Beweissicherungsverfahren eintreten“, kündigte Barmstedts Bürgermeisterin Heike Döpke an. Dies solle beim Gericht beantragt werden. Es sei nötig, um der Stadt alle juristischen Schritte offenzuhalten sowie um den Verursacher der vielfachen Wasserschäden an der 5,5 Millionen Euro teuren Halle festzustellen. „Das wird mit Sicherheit noch bis Sommer 2014 andauern“, glaubt die Bürgermeisterin. Solange bleibe die Halle für den Schul- und Vereinssport unbenutzbar.

Im Juni war ein Wasserschaden im Geräteraum entdeckt worden, der zur Schimmelbildung an den Trockenwänden geführt hat. Als bei weiteren Untersuchungen im August festgestellt wurde, dass noch weitere Wände und Fußböden erheblich beschädigt sind, wurde die Halle komplett gesperrt. Ein erstes Gutachten habe ergeben, dass eine Lücke zwischen dem Alt- und Neubau der beiden Hallen beim Bau offenbar nicht geschlossen worden sei, sagte Stadtsprecher Wolfgang Heins. „Durch diese Fuge konnte Wasser eindringen.“ Zudem habe an der Außenwand die Mauerwerksabdichtung gefehlt und die Dachentwässerung sei „falsch geplant sowie nicht korrekt ausgeführt“ worden. Ein Fallrohr war nicht ordentlich angeschlossen. Wer dafür die Verantwortung trägt, müssen wohl nun die Gerichte klären.

Die Stadt Barmstedt hatte bei dem Bau keinen Generalunternehmer beauftragt, die Bauaufsicht oblag dem Architekten. Die Versicherungen der verschiedenen Gewerke streiten sich nun über die Schuldfrage. Barmstedt werde in erhebliche finanzielle Vorleistungen gehen müssen, ahnt Bürgermeisterin Döpke. Zumindest sei der Schul- und Vereinssport einigermaßen geregelt. So weichen die Schüler auf die Hallen am Heederbrook aus. Der BMTV könne seine Heimspiele in umliegenden Sporthallen austragen. „Die Nutzungsgebühren und die Schülerbeförderung übernehmen wir“, sagt Döpke.