Kreis Pinneberg

Kreis Pinneberg, was biste schön

Allein zwischen Januar und August kamen mehr als 170.000 Urlauber und blieben durchschnittlich zweieinhalb Tage

Kreis Pinneberg. Es ist sicherlich das beliebteste Ziel im Kreis Pinneberg – Helgoland. 300.000 Tagesgäste und Urlauber besuchten bis Oktober die Hochseeinsel. Ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auch im übrigen Kreisgebiet spielt Tourismus eine Rolle, wenn auch eine untergeordnete, was sich in der kurzen Aufenthaltsdauer der Besucher widerspiegelt. Laut aktueller Erhebung des Statistikamts Nord halten sich Gäste durchschnittlich zweieinhalb Tage auf. Am längsten hielte es sie auf Helgoland – im Schnitt 3,7 Tage. Nach Quickborn zog es sie lediglich 1,6 Tage.

Im Zeitraum Januar bis August zählte das Statistische Amt 171.193 Urlauber im Kreis Pinneberg – ein leichter Rückgang von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dagegen stieg die Zahl der Übernachtungen um 2,5 Prozent auf insgesamt 402.910.

Auf Helgoland herrscht Aufbruchstimmung: Bis zum Frühjahr 2014 werden dort elf neue Bungalows (mit bis zu 60 Betten) auf der Düne entstehen, um die große Nachfrage (die derzeitige Auslastung liegt bei 80 Prozent) auch zukünftig bedienen zu können. Auch die Partner-Verkehrsträger investieren in den Tourismusstandort Helgoland: Allein die Reederei Cassen Eils wird über 30 Millionen Euro in den Bau des neuen Helgolandschiffes stecken, das ab der Saison 2015 von Cuxhaven aus Helgoland bedienen wird. Die Fluglinie Ostfriesischer Flugdienst hat kürzlich ihre Flotte um zwei Maschinen erweitert.

„Der Saisonverlauf 2013 hat auch gezeigt, dass das aktuelle Thema ‚Offshore auf Helgoland‘ das Tourismusgeschäft kaum beeinträchtigt hat“, sagt Tourismusdirektor Klaus Furtmeier. So informiert eine Ausstellung im Rathaus über den Stand der Windparks, ein weiteres Infozentrum am Südhafen ist geplant. Die bereits in diesem Jahr durchgeführten Rundflüge über den Windpark sowie die Ausflugsfahrten mit dem Katamaran „Halunder Jet“ sollen 2014 verstärkt angeboten werden.

Der Kreis kann durchaus mit weiteren Tourismusmagneten aufwarten. In Wedel strömen Tausende zur Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft am Schulauer Fährhaus. In Barmstedt ist der Rantzauer See Hauptanziehungspunkt für auswärtige Gäste, die hier baden oder Boot fahren können und die alte Wassermühle besichtigen. Auch Stadtfeste sorgen für Besucher – und zwar längst nicht nur Tagesausflügler. Mit 27.139 Übernachtungen von Januar bis August 2013 verzeichnete Barmstedt einen Zuwachs von 2,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Die Hochzeits- und Rosenstadt Uetersen lockte 6774 Touristen zwischen Januar und August mit dem Adeligen Kloster, dem Rosarium und dem Museumsareal Langes Tannen. Ein Plus von fast 12 Prozent. Insgesamt drei Radfernwege kreuzen Elmshorn: der Elberadweg, der Ochsenweg und der Nordseeküstenweg. Ein Stopp in der Stadt mit Krückaupark, Steindammwiesen, Museen und St. Nikolaikirche lohnt sich. Besucher – 16.048 zog es zwischen Januar und August in die Krückaustadt – können im Wasserturm Kerzen ziehen oder mit dem Traditionsschiff Ewer „Gloria“ auf Fahrt gehen.

Die Wedeler, Seestermüher und Haseldorfer Marsch zieht vor allem Naturliebhaber an. Im Frühjahr suchen Zugvögel Rastplätze entlang der Elbe auf. Im Winter überwintern Tausende Gänse am Deich. Und die seltene Schachblume blüht im April in Hetlingen. Mit den Holsteiner Apfeltagen beginnt die Erntezeit, und die Obstbauern präsentieren ihre Höfe. Attraktiv sind auch die alten Dorfkirchen in Haseldorf, Haselau und Seester, die Bandreißerkate in Haseldorf sowie die Gutsanlagen von Haseldorf und Seestermühe. Das Schleswig-Holstein Musik Festival rundet das kulturelle Programm ab.

„Dennoch lief die Saison hier weniger gut“, sagt Almut Roos, Geschäftsführerin Tourismus in der Marsch. Pauschalangebote für Gruppentouren gingen zurück. „Die Teilnehmer organisieren Teile der Reise zunehmend selbst.“ Tidenkiecker-Fahrten und Schlossführungen waren dagegen ausgebucht.

Auch der Radverleih, der seit Anfang des Jahres im Elbmarschenhaus angeboten wird, sei gut gelaufen. Roos sieht in der Vernetzung der Verleiher allerdings noch Handlungsbedarf. „Ein gemeinsamer Radwanderführer für den gesamten Kreis wäre wünschenswert“, sagt die Landschaftsplanerin. Die Radbeschilderung sei gut. Allerdings wünschten sich Radler mehr Unterkünfte entlang der Radwege. „Die angebotenen Betten reichen nicht aus“, sagt Roos. Zudem kommen Wanderer zu kurz. „Hier fehlt eine Routenplanung.“ Ihr Ziel ist es, dass irgendwann der gesamte Kreis auch auf Schusters Rappen erkundet werden kann.