Tornesch

Neumann investiert eine Million

Gartenbaubetrieb in Tornesch verdoppelt seine Fläche auf 4000 Quadratmeter. Hohe ökologische Standards

Tornesch. Rund eine Million Euro investiert der Tornescher Gartenbaubetrieb Neumann in seine Zukunft. Das Familienunternehmen hat den ersten Spatenstich für den umfangreichen Ausbau der Firma getätigt. Bis zum Frühjahr soll auf dem Areal an der Ahrenloher Straße ein mehr als 2000 Quadratmeter großer Neubau entstehen. Das Unternehmen wäre dann mit einer Gesamtverkaufsfläche von etwa 4000 Quadratmetern eines der größten Gartenbaucenter in der Region.

„Die Gewächshausfläche werden wir mit dem Anbau verdreifachen, so dass wir künftig weniger von Wetterschwankungen abhängig sind“, sagt Geschäftsführer Florian Neumann. Der Betrieb habe bei seinem seit Jahren geplanten Anbau bewusst auf Klimaverträglichkeit gesetzt. „Das Gebäude wird nur noch die Hälfte der Energie herkömmlicher Gewächshäuser brauchen“, so Neumann. Möglich sei dies durch den Einsatz regenerativer Energien sowie spezieller Wärmedämmungen.

Unterstützt wurde das Gartenbauunternehmen bei seinen Planungen von der Technikabteilung der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Technikberater Thomas Daniel stand dem Tornescher Unternehmen zur Seite und entwarf den modernen Komplex, der den Anforderungen des Unternehmens und der Umwelt gleichermaßen gerecht werden soll.

„Wir werden in dem Gebäude eine Pellet-Heizung einsetzen, also vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen Wärme gewinnen. Zudem wird spezielles Isolierglas eingesetzt, das den Energieverbrauch nochmals deutlich senkt“, sagt Daniels. Außerdem werde ein Pufferspeicher eingebaut, so dass mindestens 80 Prozent der genutzten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen wird und 95 Prozent der insgesamt anfallenden Heizkosten abdeckt werden. Gefördert wird das Projekt zu einem Drittel mit Mitteln des Programms Energieeffizienz des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Außerdem erhält das Gebäude ein in sich geschlossenes Wasserrücklaufsystem sowie zusätzliche Wasserspeicher. „Das Ziel ist es, kein Wasser mehr zu verlieren, sondern in dem geschlossenen System eine Eigenversorgung mit Wasser für alle Pflanzen zu erreichen“, sagt Neumann. Bislang habe das Unternehmen etwa 800 bis 900 Kubikmeter Wasser für die Bewässerung der Pflanzen jährlich dazugekauft. Auf diese Zukäufe wird das Gartenbauunternehmen künftig weitgehend verzichten können.

„Wir fangen Regenwasser in unseren Tanks auf, das wird dann für die Bewässerung der Pflanzen genutzt. Was bei der Bewässerung überschüssig ist und abläuft, wird über ein Kanal- und Rohrsystem wieder dem Wassertank zugeführt. Diese Rückführung und das gesammelte Regenwasser werden ausreichen, um auch in regenarmen Monaten genügend Wasser für die Bewässerung der Pflanzen vorrätig zu haben“, erklärt der Geschäftsführer.

Ende Februar soll der Ausbau abgeschlossen sein, damit das Frühlingsgeschäft ab März in dem neuen Gebäude starten kann. Der Verkauf soll während des Umbaus ungehindert in dem Gartencenter weitergehen.