Pinneberg

Sportvereine kämpfen um Plätze

Der VfL Pinneberg und der SC Pinneberg wollen die Areale in der künftigen Parkstadt Eggerstedt behalten

Pinneberg. Kurz vor der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am Dienstagabend haben sich die beiden größten Pinneberger Sportvereine, der VfL Pinneberg und der SC Pinneberg von 1918, in einem Schreiben an die Pinneberger Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) gewandt. Die beiden Sportvereine sprechen darin von einem „Sportplatz-Notstand nach dem Wegfall der Eggerstedt-Plätze“.

Die beiden Sportplätze liegen auf dem Gelände der Eggerstedt-Kaserne, die zur „Parkstadt Eggerstedt“ umgebaut wird. Im Bebauungsplan 115 der Stadt Pinneberg ist vorgesehen, die beiden an der Straße An der Raa gelegenen Rasenplätze aufzugeben. Als möglicher Ersatz ist eine Fläche nördlich des Heideweges ausgewiesen, die für „Sport und Wellness“ vorgesehen ist.

„Der VfL Pinneberg und der SC Pinneberg nutzen die vorhandenen Rasenplätze intensiv“, sagten VfL-Geschäftsführer Uwe Hönke und der SCP-Vorsitzende Claus Ricke am Dienstag. „Ohne diese beiden Plätze ist ein geordneter Trainings- und Spielbetrieb nicht möglich.“ Deswegen bitten die beiden Verantwortlichen die Bürgermeisterin „dringend“, sich für den Erhalt der vorhandenen Plätze in der „Parkstadt Eggerstedt“ einzusetzen.

Uwe Hönke und Claus Ricke fordern, dass mindestens ein Kasernensportplatz erhalten bleibt und hoffen, „dass das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen ist“. Auf den beiden Plätzen trainieren Fußballer, Faustballer, und Leichtathleten. Auf einem Platz soll den Plänen zufolge ein Regenrückhaltebecken entstehen.

Der VfL Pinneberg hat 5300 Mitglieder, der SC Pinneberg 1800 Mitglieder. Beide Vereine betonen, dass die Kasernen-Plätze über die auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegenden Sportanlagen „Kampfbahn B“ und des SC Pinneberg sehr gut zu erreichen seien. „Die Infrastruktur könnte wie bisher weiter genutzt werden, sodass keine zusätzlichen Kosten für Umkleidekabinen und Sanitäranlagen entstehen würden. Aus unserer Sicht ist dies eine nahezu ideale Konstellation, die unnötiger- und fälschlicherweise aufgegeben werden soll“, sagte Uwe Hönke

Der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, Gerhard Thomssen (SPD), kann die Aufregung der beiden Vereine nicht verstehen. „Die Nutzungskontingente für Wohnen, Gewerbe, Bildung sowie Wellness, Sport und Freizeit sind vor zwei Jahren beschlossen worden. Die beiden Sportplätze werden nach dem gegenwärtigen Nutzungskonzept in dieser Form nicht erhalten werden.“ Der Sozialdemokrat wies darauf hin, dass der Bildungsträger Wabe Sporteinrichtungen vorhalten werde, die nach Abstimmung auch für den Vereinssport genutzt werden könnten.

Am Dienstagabend wurde im Stadtentwicklungsausschuss auch die Verkehrsuntersuchung zum Bebauungsplan 115 „Parkstadt Eggerstedt“ vorgestellt. Der Untersuchung zufolge ergibt sich durch die Umnutzung der Eggerstedt-Kaserne „ein Neuverkehrsaufkommen von rund 2900 Kraftfahrzeugen pro Tag im Quell- und Zielverkehr“. Gut 1300 Kraftfahrzeuge lassen sich dabei der Wohnnutzung zuordnen, 100 Fahrzeuge dem Gemeinbedarf mit der Kindertagesstätte, 300 Fahrzeuge den Freizeit- und Sporteinrichtungen und rund 1200 Fahrzeuge den gewerblichen Nutzungen. „Die gewerblichen Nutzungen setzen sich zusammen aus einer Mischung von Handwerk, Dienstleistungen, Büro und Einzelhandel sowie Einrichtungen für Schule und Fortbildung sowie einem Hotel“, heißt es in der Studie. Das Gutachten empfiehlt eine westliche Anbindung des Areals.