Hamburger Volksentscheid könnte Wedeler Kraftwerksbau aushebeln

Wedel. Der Bau des geplanten Gas- und Dampfturbinenkraftwerks in Wedel steht auf der Kippe. Am Sonntag hatten sich knapp 50,9 Prozent der Hamburger für einen Rückkauf der Energienetze ausgesprochen. Durch dieses Votum ist der Vertrag, mit dem sich die Stadt Hamburg zu 25,1 Prozent an den Strom-, Gas- und Fernwärmenetzen beteiligen wollte, aufgehoben.

Für das Fernwärmenetz könnte dies bedeuten, dass die Stadt Hamburg verpflichtet ist, dieses Netz inklusive Erzeugeranlagen und Grundstücken zurückzukaufen. Dazu würde dann auch das Steinkohlekraftwerk Wedel gehören, das weite Teile Hamburgs mit Fernwärme versorgt und bis 2017 einen modernen Nachfolger erhalten soll.

Diese Rechtsauffassung vertritt die Bürgerinitiative „Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel“, die in der Rolandstadt ein Bürgerbegehren gegen den Bebauungsplan des Kraftwerksgeländes initiiert hat. „Der Bau des geplanten Gas- und Dampfturbinenkraftwerks wird immer unwahrscheinlicher“, sagt Sprecherin Kerstin Lueckow. Sie spekuliert darauf, dass die Stadt Hamburg den Vertrag mit Vattenfall nicht verlängern kann und zum 1. Januar 2015 wieder Eigentümerin des Kraftwerksgrundstückes wird. „Vattenfall wird nach dem Verlust des Grundstücks nicht bauen“, ist Lueckow überzeugt.

Während sich der Konzern und die Stadt Hamburg noch in Schweigen hüllen, hält Wedels Bürgermeister Niels Schmidt nichts von Spekulationen. „Wir gehen davon aus, dass das Bürgerbegehren stattfindet und werden dazu die Vorbereitungen treffen.“

( (kol) )

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