Leserbriefe an die Redaktion

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Mutig entscheiden!

16. September „Fusion wäre ein Gewinn für alle“

Wenn es um meine Geburts- und Heimatstadt Uetersen geht, lege ich besonders strenge Maßstäbe an. Unüberlegte und leichtfertige Entscheidungen möchte ich nicht treffen, schon gar nicht bei einer Festlegung, die entscheidende Weichenstellungen für unser aller Zukunft birgt.

Ich danke allen, die redlich bemüht waren, Informationen, Daten und Fakten zu präsentieren, um die Entscheidungsfindung zu erleichtern.

Machen wir uns aber nichts vor. Geholfen hat es den wenigsten. Eher ein exzellenter Leserbrief im Abendblatt des Ueterseners Klaus Petzold, der berührt und nachdenklich macht.

Die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler können diese verwirrende Statistik- und Datenflut von Experten und Politikern weder verstehen noch nachprüfen. Sie neigen eher dazu, ihr Bauchgefühl abstimmen zu lassen und sind in der Regel den meisten Informationsveranstaltungen demonstrativ ferngeblieben.

Das ist menschlich und nachvollziehbar. Ich maße mir nicht an, dies zu kritisieren. Auch als überzeugter Befürworter der Fusion bleiben mir letzte Zweifel und keine absolute Garantie für einen dauerhaften Erfolg.

Und trotzdem: Wirklich überzeugende Argumente für eine Ablehnung scheint es in beiden Städten nicht zu geben. Ein Einstieg in eine bessere Zukunft für Uetersen und Tornesch darf nicht ausgebremst und verhindert werden, indem beispielsweise Identitätsfragen, fehlende Zuneigung des „Brautpaars“ und die untergeordnete Namensgebung Menschen verunsichert und beunruhigt.

Wer sich besonders Uetersen, aber auch Tornesch vorurteilsfrei betrachtet, kann doch nun wirklich nicht zufrieden sein. Nicht aussterbende Krämerseelen und ewige Bedenkenträger unterstützt von Teilen der Politik und Verwaltung, die in Wirklichkeit den Verlust bestehender Macht- und Besitzverhältnisse fürchten, sind meines Erachtens keine Garanten für mutige und notwendige Zukunftsoptionen. Ihnen sollte man nicht folgen.

Die Möglichkeit, dass die Fusion den Menschen in Uetersen und Tornesch mittel- und langfristig nutzt, ist eher wahrscheinlich und realistischer als das Gegenteil.

Insofern sind die Risiken einer Fusion kalkulierbar und die Zustimmung vertretbar.

Die beiden Nachbarstädte Uetersen und Tornesch brauchen am 22. September mutige und optimistische Bürgerinnen und Bürger, die frei und selbstbestimmt ohne politische Bevormundung eine historisch notwendige Entscheidung treffen.

Ich mag beide Städte, vertraue den Menschen und freue mich auf die Zeit nach der Fusion, die für die jetzige und künftige Generation nur besser werden kann.

Ulf Lüders, Uetersen

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