Kreis Pinneberg

Der Power-Kreis fordert freie Hand

Minister Meyer sprach mit den Wirtschaftsförderern über Verkehr und Fesseln der Landesplanung

Kreis Pinneberg. Die Fragestellung war provokant. Nichts weniger als „die wirtschaftspolitische Strategie des Landes für den Kreis Pinneberg“ wollte Harald G. Schroers von Reinhard Meyer wissen. Den Wirtschafts- und Verkehrsminister hatte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises (WEP) nach Pinneberg geladen. Gemeinsam mit anderen Wirtschaftsförderern, Bürgermeistern, Landrat und Kreispolitikern wollte Schroers von Meyer hören, was er dazu zu sagen hat. Doch Meyer musste die Runde enttäuschen. Eine eigene Strategie speziell für den Kreis Pinneberg gebe es nicht. „Unsere Aufgabe ist es, den ganzen Wirtschafts-Standort Schleswig-Holstein fit für die Zukunft zu machen.“

Das verkenne die Bedeutung des Landkreises, entgegnet Schroers. „Mit 82.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und 15.000 Unternehmen sind wir der wirtschaftlich stärkste Kreis im Land. Kein Kreis bietet mehr.“ Darum sei es wichtig, dass der geplante Ausbau der A7 keine negative Folgen für die Erreichbarkeit und Verkehrsströme im Kreis Pinneberg mit sich bringt. Auch die A20 sollte zügig bis zur Elbe weitergeplant werden.

Um die Pendlerströme zu bewältigen, bedürfe es eines gut funktionierendes Bus- und Bahnnetzes, ist sich der Minister bewusst. Mehr Zughalte für Tornesch und Pinneberg mochte Meyer nicht zusagen. Diese könnte es erst mit einem dritten Gleis zwischen Elmshorn und Pinneberg geben.

Sehr wichtig ist den Wirtschaftsförderern, dass sie mehr Gewerbeflächen ausweisen können. Dies behinderten oft die Vorgaben der Landesplanung. „Wir können und wir wollen, aber wir müssen auch dürfen können“, brachte es Landrat Oiver Stolz auf den Punkt. Die Nachfrage von Firmen aus Hamburg, die ins Umland wollten, sei groß. Diese müsse aber auch bedient werden können. „Jetzt ist das Eisen heiß“, sagte Stolz. Doch für die Landesplanung ist im Kabinett die Staatskanzlei zuständig. Minister Meyer versprach, diese beim nächsten Treffen mit nach Pinneberg zu bringen.