Kreis Pinneberg

Kreis muss den Naturschutzbeirat wieder einberufen

Die neue rot-rot-grüne Mehrheit kippt den Beschluss von Landrat Oliver Stolz

Kreis Pinneberg. Der Beirat für Naturschutz, den Landrat Oliver Stolz im Mai eigenmächtig aufgelöst hat, muss wieder einberufen werden. Die neue rot-rot-grüne Mehrheit im Pinneberger Kreistag setzte diesen Antrag von SPD und Grünen auf der jüngsten Sitzung durch. Das Fachwissen dieser elf Vertreter von Naturschutzverbänden wie Nabu, Jagdverband, Angler, Heimatbund und Bund deutscher Baumschulen werde dringend gebraucht, argumentierte SPD-Abgeordnete Nadine Haarte. Zudem spiele der Naturschutzbeirat eine wichtige Rolle, um zwischen Fragen von Ökonomie und Ökologie vermitteln zu können.

„Dieses Know-how einfach aufzulösen, war sicher nicht die beste Lösung. Das hat die ehrenamtlichen Mitarbeiter vor den Kopf gestoßen“, kritisierte die Abgeordnete Landrat Stolz’ Entscheidung. Es konterkariere alle Appelle an die Bevölkerung, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Auch Grünen-Abgeordneter Helmuth Kruse plädierte für ein Wiedereinsetzen dieses Beirats, der gerade mal 1000 Euro Kosten im Jahr verursache. „Alle anderen Landkreise leisten sich so einen Naturschutzbeirat.“ Zumal die Mitglieder wegen ihrer hohen Kompetenz in Naturschutzfragen überall akzeptiert seien.

Landrat Stolz begründete seine Entscheidung vom Mai damit, dass der Beirat seines Erachtens heute „nicht mehr erforderlich“ sei. Diese Aufgabe könnte genauso gut der Naturschutzbeauftragte des Kreises allein übernehmen. Zudem habe er mit seinen ständigen Arbeitsaufträgen an die Verwaltung diese zu sehr beschäftigt. Wenn er ihn wieder einsetzen solle, müsste sich der Beirat künftig eigenen Aufgaben stellen und von sich aus die Politiker bei ihren Entscheidungen beraten.