Kreis Pinneberg

Stolz übernimmt den Vorsitz im Sparkassen-Verwaltungsrat

Landrat soll bei der Sanierung der Sparkasse Südholstein helfen

Kreis Pinneberg. Landrat Oliver Stolz hat den Verwaltungsratsvorsitz der kriselnden Sparkasse Südholstein übernommen. Stolz wurde im Rahmen der konstituierenden Sitzung der Zweckverbandsversammlung zum Nachfolger von Roswitha Strauß gewählt. Er ist nun Vorsitzender der Zweckverbandsversammlung, der Vertretung der kommunalen Träger der Sparkasse, und damit zugleich auch des Verwaltungsrats.

Der Wechsel an der Spitze der beiden Gremien erfolgte turnusmäßig aufgrund der Kommunalwahl 2013. Die CDU-Politikerin Roswitha Strauß aus Alveslohe (Kreis Segeberg) hatte dieses Amt die vergangene Legislaturperiode inne. Stolz gehört dem Verwaltungsrat kraft Amtes seit seiner Wahl zum Landrat im Jahr 2010 an. Seitdem arbeitete er dort mit Roswitha Strauß zusammen und begleitete die Entwicklung und die Sanierungsbemühungen der einstigen Kreissparkasse Pinneberg. Stolz, bislang Stellvertreter von Roswitha Strauß, will diese Arbeit genau so engagiert fortsetzen.

Stolz: "Als Landrat weiß ich um die enorme Bedeutung der Sparkasse für die Region - für die Menschen, die Wirtschaftsförderung und die kommunale Betreuung. Sie ist ein ganz starker Förderer und Begleiter vielfältiger kultureller, sozialer und sportlicher Projekte und tut damit unserer Gesellschaft in vielfacher Hinsicht gut." Er spreche genau wie seine Vorgängerin dem Sparkassenvorstand sein uneingeschränktes Vertrauen aus. Stolz: "Vor uns liegen erneut bewegte und bewegende Zeiten. Doch ich weiß auch, dass der eingeschlagene Konsolidierungskurs absolut notwendig, mit Weitsicht durchdacht und auf Basis umfassender Untersuchungen geplant ist. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass er erfolgreich sein wird."

2003 fusionierten die Sparkassen der Kreise Pinneberg und Segeberg

2003 hatten sich die eigenständigen Sparkassen aus Pinneberg und Segeberg zusammengeschlossen. Kurze Zeit später kam heraus, dass die Segeberger faule Kredite in Höhe von 100 Millionen Mark in die "Ehe" einbrachten. Diese finanzielle Altlast bekamen die Bankchefs nie in den Griff. 2005, nachdem eine weitere Fusion mit der Stadtsparkasse Neumünster erfolgte, übernahm Mario Porten, einst Chef der Kreissparkasse Segeberg, als Vorstandschef das Sagen. Vier Jahre später setzte der Sparkassen- und Giroverband, der die kriselnde Sparkasse mit 50 Millionen Euro stützen musste, seine Ablösung durch. Weitere 50 Millionen Euro kamen kurze Zeit später als Darlehen von der Haspa. Im Juni 2013 wurde die Bank erneut zum Stützungsfall, diesmal musste der Sparkassen- und Giroverband 60 Millionen Euro beisteuern.

Vor wenigen Tagen kündigte das Kreditinstitut an, 130 der 1000 Stellen streichen und das Filialnetz auf den Prüfstand stellen zu wollen. Außerdem erklärte Vorstandschef Ralph Schmieder, der 2009 Porten beerbte, seinen Rückzug aus diesem Amt. Im Vorstand will Schmieder bleiben. Ein neues Vorstandsmitglied, das auch den Chefposten übernehmen soll, wird gesucht.