Sanierung

Quickborner Schule ist kaum wiederzuerkennen

Comeniusschule wird für sieben Millionen Euro komplett saniert. Aula öffnet im Oktober. Was die Sanierung so kostspielig gemacht habe, sei vor allem die Beseitigung der Schadstoffe gewesen, erklärt Projektleiter Ralf Gercken.

Quickborn. Die lange Leidenszeit für die 800 Schüler und deren Lehrer an der Comeniusschule sowie vieler Kulturfreunde in Quickborn hat bald ein Ende. Seit mehr als zwei Jahren ist die Aula der Regionalschule Am Freibad gesperrt. Statische Probleme der 400 Quadratmeter großen Dachkonstruktion hatten diesen Schritt bereits Ende 2009 vorübergehend notwendig gemacht. Endgültig war die Aula seit Frühjahr 2011 dicht. So mussten die Kammermusik-Konzerte ausfallen, und auch die Quickborner Speeldeel konnte nicht mehr auftreten.

Nun ist das komplette Gebäude samt Dach saniert, erneuert und mit neuester Technik ausgestattet. Ein Großteil der sieben Klassen- und Fachräume ist bereits fertig. Die Aula soll Ende Oktober wieder freigegeben werden. Die Speeldeel plant die Premiere ihrer plattdeutschen Komödie für den 25. Oktober, kündigte Vorsitzender Jens Rapude auf Nachfrage an.

Die Stadt Quickborn hat keine Kosten und Mühen gescheut. Die im Jahr 2007 veranschlagten Kosten für die Sanierung des Schulgebäudes aus dem Jahre 1957 haben sich mehr als verdreifacht. Statt der seinerzeit geschätzten 1,9 Millionen Euro hat es sechs Millionen Euro gekostet, das Gebäude zu entkernen, das Dach sowie Heizung, Elektrik, Lüftungsanlage und sanitäre Einrichtungen zu erneuern. Eine weitere Million Euro wird in die Einrichtung der Fachräume sowie die Gestaltung der Außenanlagen gesteckt.

Was die Sanierung so aufwendig und kostspielig gemacht habe, sei vor allem die Beseitigung der Schadstoffe gewesen, erklärt Projektleiter Ralf Gercken. "Ein wahrer Schadstoff-Mix aus Asbest, PCB, PAK und Holzschutzmitteln musste entsorgt werden." Zum Glück waren diese in den Baustoffen gebunden, sodass keine gesundheitlichen Gefahren für Schüler und Lehrer bestanden.

Ein Neubau hätte mehr als zehn Millionen Euro gekostet, sagt Bürgermeister Thomas Köppl. "Das war auch unnötig, da die Substanz des Gebäudes noch sehr gut ist." Außerdem wollte die Stadt das Flair des 50er-Jahre-Baus in seiner Grundstruktur erhalten wissen.

Das Schulgebäude ist dennoch kaum wiederzuerkennen. So gibt es jetzt ein lichtdurchflutetes Foyer, wo sich die Schüler in den Pausen aufhalten können. Dafür wurden die tief hängende Decke freigelegt, Oberlichter geschaffen und eine neue Treppenverbindung zwischen den drei Stockwerken angelegt, erläutert Architekt Christian Schilling aus Deinste bei Stade. "Wir haben die Räume komplett neu gestaltet." Herzstück war dabei die große Aula, deren Sitzplatzanzahl mit 420 etwas verkleinert wurden. Dafür sind die Bühne und vor allem die Technik erneuert worden. Traversen machen es jetzt möglich, dass einzelne Bühnenbilder schnell umgestaltet und die Lichtstrahler nach Belieben aufgehängt werden können. Die Lüftungsanlage bläst je nach Bedarf und Belegung bis zu 11.700 Kubikmeter Luft pro Stunde in die Aula, sodass die Raumluft innerhalb von fünf Minuten komplett ausgetauscht wird, erläutert Christian Lück von der Planungsgruppe kmo aus Eutin.

Schulleiter Andreas Kelber ist begeistert von der Sanierung des Altbaus. "Es ist großartig geworden" sagt er. Zwar habe der Umbau lange gedauert. "Aber es hat sich gelohnt. Die Räume sind toll geworden."

Auch die Quickborner Speeldeel sei bereits in froher Erwartung, dass es nun bald wieder losgehe mit den Aufführungen, sagt Vorsitzender Rapude. "Wir haben zuletzt gar nicht mehr geprobt." Nur mithilfe eines Stammtisches konnten die 99 Mitglieder und 20 Darsteller des Ensembles bei Laune gehalten werden, sagt Rapude. Es werde nun aber auch Zeit, dass die Aula als Theatersaal wieder nutzbar wird. "Wir feiern in diesem Jahr unser 80-jähriges Bestehen. Das wollen wir bei der Premiere unseres neuen Stückes am Freitag, 25. Oktober, mit einen Glas Sekt begehen." Anschließend wird das Stück noch weitere fünf Mal bis zum 3. November gezeigt. Rapude verspricht: Zu Weihnachten gibt es auch wieder ein Weihnachtsmärchen der Speeldeel.