Holm

Erntedank in Holm: Tradition statt Schlager

Gemeinde bereitet sich schon jetzt auf Umzug und Feierlichkeiten im Oktober vor

Holm. Das Getreide ist fast reif für die Ernte, Zeit für den Holmer Förderverein für Kultur und Brauchtum mit den Vorbereitungen für den großen Erntedankumzug zu beginnen. "Wir müssen jetzt schon das Korn schneiden, damit es trocknen kann, bevor die Landfrauen daraus die Erntekrone flechten können", sagt Dieter Herrmann, Vorsitzender des Vereins und Verantwortlicher für das Erntedankfest. Gemeinsam mit Uwe Denker und Karl Heinz Ladiges organisiert er die Feierlichkeiten. Bis zum Umzug am 6. Oktober, dem Tag des kirchlichen Erntedankfestes, ist noch viel zu tun. Die Spielmannszüge müssen gebucht, die Vereine überzeugt und das Bühnenprogramm geplant werden.

Um 10 Uhr wird im Oktober das Erntefest mit einem Gottesdienst beginnen, der Umzug startet dann um 13 Uhr. "Für die zweieinhalb Kilometer Strecke brauchen die Wagen etwa zwei Stunden", sagt Herrmann. Dann startet gegen 15 Uhr auf dem Festplatz das Bühnenprogramm.

Das wichtigste Anliegen der drei Männer ist es, an die historische Bedeutung des Erntedankfestes zu erinnern und die Tradition zu wahren. "Deshalb haben wir uns entschlossen, in diesem Jahr kein Motto vorzugeben", sagt Herrmann. Die Organisatoren, die die Feierlichkeiten zum dritten Mal in Folge umsetzen, rechnen wieder mit vielen Wagen. "Der Zug wird etwa 700 bis 900 Meter lang werden. Vergangenes Jahr hatten wir 50 Wagen, das können wir auch in diesem Jahr schaffen", sagt Karl Heinz Ladiges, der sich um den Umzug und die einzelnen Wagen kümmert.

Die Holmer Vereine sind überwiegend schon mit im Boot. Der TSV Holm, größter Verein der Gemeinde mit über 1300 Mitgliedern, will sich in diesem Jahr noch stärker beteiligen als in den vorigen. "Der TSV wird wohl auch auf dem Dorfplatz Spiele für Kinder anbieten", sagt Herrmann. "Die Cheerleader sollen auch wieder dabei sein." Auch die Landfrauen, die Feuerwehr und die Sparkasse Südholstein, Hauptsponsor des Festes, haben eigene Wagen. Außerdem ist die Holsteiner Apfelkönigin mit von der Partie, auch die Hetlinger Bandreißer haben sich bereits angemeldet.

"Probleme bereiten uns die Herbstferien", sagt Ladiges. "Viele Schulkinder und ihre Familien sind dann nicht da. Die, die hier bleiben, kommen dann eher mit ihren Eltern als Zuschauer zum Umzug." Einen eigenen Wagen gäbe es in diesem Jahr für die Schulkinder nicht. Die Organisatoren wollen, dass das Erntedankfest ein Fest für jeden ist, für die ganze Gemeinde. "Früher richteten sich die Feierlichkeiten vor allem an Knechte und Mägde", weiß Herrmann. "Sie feierten dann die vollbrachte Ernte. Aber Mägde und Knechte gibt es jetzt ja schon gar nicht mehr." Umso wichtiger ist es den Holmern, dass Traditionen, wie Bauer und Bäuerin, beziehungsweise ihre Reden, Plogdriver, Schnitter und Säer dargestellt werden und auch im Bühnenprogramm Platz finden. "Wir werden auch die einzelnen Bilder, also die geschmückten Wagen, auf dem Festplatz vorstellen", sagt Ladiges. Das übernimmt Uwe Denker, der die gesamte Veranstaltung moderieren wird. "Es ist wichtig, die viele Arbeit, die in den aufwendig gestalteten Wagen steckt, wertzuschätzen", sagt Ladiges.

Bevor die prächtig geschmückten Wagen aber am 6. Oktober durch die Gemeinde fahren, findet traditionell der Ernteball statt. In diesem Jahr erstmals eine Woche vor dem Umzug. "Wir haben den Termin aufgrund der Schulferien um eine Woche nach vorn verschoben", sagt Herrmann. Am Freitag, 27. September, wird von 20 Uhr an in Ladiges Gasthof beim Ernteball zur Musik der Band Celebrate - wie könnte es anders sein - gefeiert.

Im August findet ein Treffen aller Beteiligten statt, bei dem die Details des Umzuges, des Bühnen- und des Rahmenprogramms geklärt werden sollen. "Danach geht es dann eigentlich auch schon in die heiße Phase", sagt Herrmann. Mitmachen kann beim Umzug übrigens jeder. Bedingung: "Die Wagen sollten zum Gesamtbild passen. Wir wollen hier ja keinen Schlagermove", sagt Dieter Herrmann. Beliebt seien zum Beispiel alte Trecker. Ein echter Hingucker ist in jedem Jahr wieder der uralte, winzig kleine Primus-Traktor von 1939. "So etwas finden die Leute toll." Wer sich mit einem Wagen anmelden oder die Organisatoren mit einer Geldspende unterstützen möchte, wendet sich an Karl Heinz Ladiges unter Telefon 04103/49 58.