Abriss

Hier ging halb Halstenbek zur Schule

Abriss der einstigen Grund- und Hauptschule an der Birkenallee ist gestartet. Dort entstehen 21 Einfamilienhäuser. Im Atrium der Schule hatten sich seit 2001 Risse in den Wänden gebildet.

Halstenbek. 7500 Schüler paukten in den 57 Jahren ihres Bestehens in der Halstenbeker Schule Süd, die als Grund- und Hauptschule diente. In Spitzenzeiten umfasste ein Jahrgang 260 Schüler. Nachdem der letzte Unterricht am 7. Oktober 2011 stattfand, sind nun seit einigen Tagen die Abrissbagger am Werk. Bis Mitte September werden die Gebäude an der Birkenallee dem Erdboden gleich gemacht. Wo einst Tests und Klausuren geschrieben wurden, werden künftig Familien wohnen.

An diesem Donnerstag stellt die Grundstücksgesellschaft Manke aus Henstedt-Ulzburg das Bauschild auf. "Für Dienstag laden wir die Interessenten zu einem Informationsnachmittag in den noch bestehenden Trakt der Schule ein", sagt Jörg Rusch von der Firma Manke. Zwischen 16 und 18 Uhr wird auch ein Lageplan verteilt, auf dem die Grundstücke gekennzeichnet sind. Wer mag, kann sich dort für den Kauf eines der Bauplätze vormerken lassen. Verbindliche Reservierungen sind zunächst noch nicht möglich. Manke hat das Gebiet leicht abgespeckt, und zwar um einen Bauplatz. Es entstehen nun 21 Baugrundstücke für Einfamilienhäuser, die Größen liegen zwischen 507 und 857 Quadratmeter.

Noch trotzen jedoch Teile der alten Schule der neuen Nutzung. Die Schule Süd entstand in vier Bauabschnitten zwischen 1954 und 1971. Im ersten Schritt entstanden 1954 die zwei Südflügel. 1964 kamen die Pausenhalle und der zweigeschossige Nordflügel dazu. 1968 folgte das Atrium und 1971 die Turnhalle. Sie bleibt als einziges stehen und kann wie bisher vom Regenbogen-Kindergarten und den Vereinen genutzt werden. Auch der Sportplatz wird erhalten.

Im Atrium der Schule hatten sich seit 2001 Risse in den Wänden gebildet. Der Grund war eine zu minderwertige Betonqualität in den statisch wichtigen Bauteilen. In deren Folge rostete der Stahl im Beton jahrelang vor sich hin. Das alles führte letztlich zu einem instabilen Gesamtzustand.

Erschwerend kam hinzu, dass die Fundamente der Schule für den labilen Baugrund nicht ausreichend waren. Das führte zu einem Absenken des dritten Bauabschnitts. Zum Schluss lag der Fußbodenbereich der alten Kita bereits unterhalb des Niveaus des umliegenden Geländes. Für die 1988 eröffnete Kita hat die Gemeinde bereits in der Nähe einen Neubau errichtet.

Er dürfte künftig auch Anlaufstelle für Kinder sein, die mit ihren Eltern auf das alte Schulgelände ziehen. Junge Familien sind für die Gemeinde eine wichtige Zielgruppe. Und sie finden an der Birkenallee ideale Bedingungen vor. "Der Kindergarten liegt gleich nebenan, Schulen aller Art sind ebenfalls schnell erreichbar", sagt Rusch. Schnelle Wege zur S-Bahn, zur A 23, zum Stadtzentrum Schenefeld und eine trotzdem ruhige Lage würden das Gebiet auszeichnen. "Die fünf Linden, die wir auf dem Areal erhalten, geben dem Baugebiet ihren Namen", so Rusch weiter. Er geht davon aus, dass die 21 Bauplätze schnell verkauft sein werden. "In Halstenbek, Rellingen und Schenefeld gibt es kaum Grundstücke in vergleichbarer Lage."

Die Gemeinde hatte das 15.000 Quadratmeter große Schulgrundstück deutschlandweit ausgeschrieben. Das Unternehmen aus Henstedt-Ulzburg setzte sich mit einem Gebot von zwei Millionen Euro als bester Bieter durch. Nach umfangreichen Baugrundanalysen wurde der Kaufpreis letztlich auf 1,6 Millionen Euro gedrückt. Das Geld dient der Gemeinde als Finanzierungsbaustein für den Neubau der Grund- und Gemeinschaftsschule an der Bek.

Der offizielle Bodenrichtwert für einen Quadratmeter Bauland liegt in Halstenbek zwischen 225 und 260 Euro. Wie viel Manke für die 21 Grundstücke verlangt, steht noch nicht fest. "Die Preise geben wir zum Verkaufsstart bekannt", so Rusch weiter. Fest steht, dass keine Courtage anfallen wird. Manke baut nicht selbst, so dass sich die Bauherren ihren Bauträger selbst auswählen können. Der von der Gemeinde verabschiedete B-Plan 77 lässt zwei Vollgeschosse zu, die Mindestzahl der Stellplätze pro Areal wird mit zwei angegeben. Eine Baubindung besteht nicht.

Die Erschließung für das Areal beginnt unmittelbar nach Ende der Abrissarbeiten. Die Grundstücke werden teilweise über die Birkenallee, teilweise über den Baumschulenweg erschlossen. Etwa im Herbst erfolgt der Verkaufsstart. Zunächst wird die Grundstücksgesellschaft dann alle Interessenten anschreiben, die eine Vormerkung hinterlegt haben. Sie erhalten dann auch eine Liste mit den Kaufpreisen.