Moment mal!

Der HVV raubt mir den Schlaf

Ein Weckruf von Sarah Stolten

Der Rekord ist gebrochen! Noch nie haben es Bus und Bahn geschafft, dass ich von meinem Wohnort Hamburg zur Redaktion nach Pinneberg bedauerliche zwei Stunden gebraucht habe. Dabei hatte ich mich durchaus auf die aktuell schwierige Verkehrslage eingestellt: Zwischen den Stationen Elbgaustraße und Pinneberg fahren momentan bekanntlich keine S-Bahnen. Also habe ich mir vorbildlich den Wecker extra früh (zu einer unmenschlichen Uhrzeit für einen Langschläfer wie mich!) gestellt, um mit der Regionalbahn an mein Ziel zu gelangen. Mit müden Augen an Gleis 13 angekommen, musste ich mit Bedauern feststellen, dass der Zug bereits abgefahren ist.

Eine gestresste Dame in Rot und Blau machte mich dezent darauf aufmerksam, dass die Regionalbahn an diesem Morgen von Gleis 5 gestartet ist. Meine Augenringe waren also vergebens. Denn jetzt erwartete mich der Ersatzverkehr ab Elbgausstraße. Immerhin hat der HVV einen Expressbus nach Pinneberg eingerichtet. Pech nur, wenn der vermeintlich schnelle Bus doppelt so lange braucht, weil er auf der Autobahn im Stau steht oder wie in meinem Fall einen Unfall hatte. 40 Minuten durfte ich mit dem stickigen Ersatzverkehr durch den Kreis fahren, bis ich Pinneberg erreicht habe. Applaus für die gute Organisation der öffentlichen Verkehrsmittel. Nie wieder opfere ich meinen heiligen Schlaf für einen Busfahrer, der erst mal Autofahren lernen sollte.