Pinneberg

Almut Roos - die neue Tourismuschefin hat viel vor

Landschaftsplanerin Almut Roos, 46, hat den Job als Tourismusmanagerin in der Marsch übernommen. So will sie die Elbmarschen besser vermarkten.

Haseldorf. Ideen hat sie viele - Zeit sie alle umsetzen, umso weniger. Almut Roos ist die neue Tourismusmanagerin in der Marsch. Die 46 Jahre alte Landschaftsplanerin hat damit die Aufgaben von Hannah Heberlein übernommen, die nach knapp einem Jahr der Region bereits wieder Adieu sagte. Auch deren Vorgänger blieb kürzer als vom Trägerverein Tourismus in der Marsch (TiM) erhofft. Beide kämpften mit der finanziellen Ausstattung der Stelle im Haseldorfer Elbmarschenhaus und der geringen Stundenanzahl von 20 pro Woche. Auch Roos ist sich dieser Probleme bewusst. Doch sie hat einen Plan. Bis 2014 möchte sie ihre allgemeinen Aufgaben so optimieren und strukturieren, dass sie nur etwa die Hälfte ihrer Arbeitszeit einnehmen. Die verbleibenden zehn Stunden sollen für die Umsetzung neuer Projekte genutzt werden. Davon hat sie viele in petto.

Zu ihren Ideen gehören Bauernhoftage, Paddeln auf Pinnau und Krückau, der Ausbau an Campingplätzen und Übernachtungsmöglichkeiten sowie Erfahrungs- und Landschaftsführungen mit Blick auf die alten Handwerke in der Region. "Es gibt so viel Potenzial", sagt sie. Unter anderem kann sich Roos auch gut vorstellen, dass das Elbmarschenhaus bald zu einer der ersten Adressen in der Marsch für Heiratswillige wird. Die Idee: Die Haseldorfer Anlaufstelle zentralisiert die verschiedenen Angebote wie Kutschfahrten, Standesämter, Bootstouren sowie Veranstaltungsorte und vermittelt die Paare je nach Bedarf schnell und unkompliziert weiter. Die Region zu vermarkten und die Wirtschaft zu stärken, sind Roos' Aufgaben.

Derzeit steckt sie aber mitten in der Eingewöhnungsphase. Kontaktpflege, sich vorstellen, vernetzen. Zudem musste sie sich erst einmal einen Überblick verschaffen, wie die verschiedenen Tourismusverbände zusammenhängen. Immer unter der Fragestellung: "Auf welchen Wegen kann ich unsere Region und seine Besonderheiten am besten in der Öffentlichkeit darstellen?", so Roos. Denn es gibt viele Broschüren, Internetseiten und Veranstaltungshefte. Etwas, für das sich die Arbeit lohne, sei zum Beispiel die Aktion "Holstein schmeckt". Unter dem Dach des Vereins Holstein Tourismus werden Adressen von Hofläden und Hofcafés der Region aufgeführt. Die Obstplantagen in der Haseldorfer Marsch brauchen den Vergleich mit dem Alten Land nicht zu scheuen. Mehr als 180 verschiedene Sorten werden hier angebaut. Allein der Familienbetrieb Cordes aus Holm kann eine Sammlung von mehr als 500 Apfelsorten vorweisen, was in dieser Form in Norddeutschland einzigartig ist. "Hier kann man sehen, woher das Obst kommt, hier lässt sich die Kuh noch anfassen und das Scheren der Schafe beobachten. Das ist es doch, was unsere Region ausmacht", sagt Roos, die die Zusammenführung von Mensch und Natur als wichtiges Ziel definiert.

Damit das besser funktioniert, wurde der Internetauftritt des Elbmarschenhauses komplett überarbeitet, übersichtlicher und attraktiver gestaltet. Ein Großteil der Arbeit habe schon ihre Vorgängerin Hannah Heberlein geleistet, betont Roos.

Die in Angeln geborene Landschaftsplanerin bildete sich 2010 zur Naturpädagogin weiter. Seitdem bietet sie auch regelmäßig Kräuterseminare in der Marsch an. Doch nicht nur deshalb kennt sie ihre neue Wirkungsstätte gut. Roos lebt in Hetlingen. Bis zu ihrer Arbeitsstätte in Haseldorf sind es also nur ein paar Kilometer. Eine Strecke, die man auch gut mit dem Fahrrad zurücklegen kann.

Das Zweirad liegt Roos auch als Tourismusmanagerin besonders am Herzen. Sie möchte sich dafür einsetzen, dass das Pilotprojekt Fahrradbus dauerhaft der Region erhalten bleibt. Es ermöglicht den Transport zusätzlicher Fahrräder mit der Buslinie 589, die durch die Dörfer der Marsch führt, mittels eines Anhängers. Damit es auch etwas zum Transportieren gibt, kann man seit kurzem wieder Fahrräder im Elbmarschenhaus an der Hauptstraße 26 leihen. Seitdem das angrenzende Radgeschäft geschlossen ist, gab es solch ein Angebot nicht mehr. Jetzt wird es sogar noch ausgebaut. Bald sollen auch E-Räder vermittelt werden. Die normalen Drahtesel sind für acht Euro am Tag zu den Öffnungszeiten des Elbmarschenhauses, mittwochs bis sonntags von 10 bis 16 Uhr, zu bekommen.