Halstenbek

Alte Schule weicht neuem Wohnquartier

Umgestaltung des Halstenbeker Ortskerns geht weiter. Zwischen Feld- und Gustavstraße entsteht 2014 ein neues Gebäudeensemble

Halstenbek. Halstenbeks Ortskern wird aufpoliert. Auf dem Gelände der ehemaligen Realschule entstehen drei Mehrfamilienhäuser sowie ein Dienstleistungs- und Geschäftsgebäude, das gegenüber dem Rathaus gebaut wird. Bauherr ist die TTS Projektgesellschaft. Sie hat die gemeindliche Fläche für 1,2 Millionen Euro erworben.

Chef der Projektgesellschaft ist Björn W. Thun vom Elmshorner Bauunternehmen Diedrich Thun. Gemeinsam mit seinem Architekten Bastian Bechtloff stellte er am Mittwochabend das Millionenprojekt vor. 25 Interessierte kamen zur vorzeitigen Bürgerbeteiligung. Bereits am Dienstagabend gab der Bauausschuss grünes Licht für die Änderung des Bebauungsplans 52 auf Basis des vorgelegten Konzeptes.

"Wir planen, Ende des Jahres das leer stehende Schulgebäude abzureißen", sagt Björn W. Thun. Im Frühjahr 2014 solle der Baustart für das Gebäudeensemble erfolgen, das unter dem Namen Rathausquartier vermarktet wird. Die Fertigstellung wird für das Frühjahr 2015 angestrebt. "Wir werden nach derzeitigem Planungsstand 30 Miet- und Eigentumswohnungen anbieten. Das Interesse ist schon jetzt groß", so Thun weiter.

Vorgesehen sind überwiegend Zwei-, Zweieinhalb- und Drei-Zimmer-Wohnungen mit Größen von 60 bis 100 Quadratmetern. Zwei Vier-Zimmer-Wohnungen mit etwa 130 Quadratmetern stehen zur Verfügung. Das Ensemble verfügt über eine Tiefgarage.

Der Bebauungsplan sieht für das knapp 6000 Quadratmeter große Areal zwischen Gustavstraße und Feldstraße fünf Baufelder vor, von denen zunächst vier realisiert werden sollen. Thun: "Ein Baufeld wird zunächst nicht bebaut und unter anderem als Parkplatz genutzt. Die Bebauung an dieser Stelle ist eine Option für die nächsten fünf bis zehn Jahre." Das Geschäftshaus gegenüber dem Rathaus umfasst zwei Stockwerke plus Staffelgeschoss, dort wären Büros, Arztpraxen, Gastronomie und kleinere Geschäfte möglich. Die Gebäude mit Blickrichtung auf die Feldstraße erhalten drei Geschosse. Das vierte Wohnhaus, dessen Rückseite aus Lärmschutzgründen zum Sportplatz an der Feldstraße steht, bekommt drei Etagen und ein zusätzliches Staffelgeschoss.

Die Höhe der Gebäude ist für die Bürger das Thema. Mehrere Anwohner verwiesen auf die im Bau befindlichen Wohn- und Geschäftshäuser auf der anderen Seite der Gustavstraße, die eine Höhe von 18 Meter aufweisen. "Wenn ihre Bauten genau so hoch werden, leben wir bald in Klein Manhattan", so ein Anlieger. Bauherr Thun beruhigte: "Wir können guten Gewissens sagen, dass wir nicht zu hoch bauen." Das Rathausquartier orientiere sich in seiner Höhenentwicklung an dem bestehenden Ensemble um den Rathausvorplatz. Drei Gebäude würden maximal zwölf Meter hoch, das vierte maximal 15 Meter. Thun: "Für das optionale Gebäude haben wir eine maximale Höhe von 18 Metern vorgesehen. Dieses Baufeld ermöglicht eine Verdichtung des Gebietes auf einer kleinen Grundfläche."

Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann kann die Ängste der Bürger verstehen. "Was derzeit an der Gustavstraße entsteht, ist hoch, keine Frage." Sie bat jedoch darum, ein endgültiges Urteil erst nach dem Ende der Bauarbeiten und dem Verschwenken der Straßen zu fällen. Weitere Projekte dieser Dimension schließt Bauausschussvorsitzende Birgit Andersek, Grüne, nahezu aus. "Die Beschwerden der Anlieger sind bei uns Politikern angekommen".

Das Rathausquartier wird nicht nur flacher. "Wir halten uns auch bei der Ausnutzung des Grundstücks zurück", so Thun. So werde ein Großteil des alten Baumbestandes erhalten, das Quartier vermittle einen grünen Charakter. Zudem entstehe erstmals eine durchgängige, attraktive Fuß- und Radwegeverbindung vom Bahnhof zum Rathausplatz. Um den privaten Bereich der Bewohner von den öffentlichen Wegen abzugrenzen, stehen die Gebäude auf einem einen Meter hohen Sockel.