Schenefeld

"Das Schönste war für mich die Freude der Bedürftigen"

Ingrid Köhler-Krüger, Leiterin der Sozialberatung in Schenefeld, tritt zurück

Schenefeld . Sie hat viel geschafft, Sozialberatung in Schenefeld möglich gemacht. In 15 Jahren hat Ingrid Köhler-Krüger 16 Selbsthilfegruppen auf die Beine gestellt, das Freiwilligenforum gegründet und eine Anlaufstelle für Hilfesuchende geboten. Nun ist es genug. Die Sozialberatungschefin tritt zurück. "Ich freue mich auf den Ruhestand", sagt Ingrid Köhler-Krüger. "Es ist eine gute Zeit, etwas Neues zu beginnen. Ich fühle mich aktiv und nicht so, dass ich die Beine hochlegen muss. Ich bin über meinen Beruf hinaus sozial und politisch interessiert."

Die soziale Arbeit lag Ingrid Köhler-Krüger sehr am Herzen. Als Sozialberatungschefin brachte sie eine ortansässige Anlaufstelle nach Schenefeld, die dringend benötigt wurde. Beratungsstellen wie Frauenhäuser und Jugendämter sind nur außerhalb der Ortsgrenze von Schenefeld zu finden. "Das Kernstück meiner Arbeit ist die psychosoziale Beratung." Durchschnittlich nehmen 150 Hilfesuchende im Monat die Sozialberatung in Anspruch. Die fachliche Beratung sei wichtig. Aus diesem Grund stampfte die 59-Jährige das Freiwilligenforum aus dem Boden. 114 freiwillige Mitarbeiter arbeiten heute ehrenamtlich und geben Hausaufgabenhilfe, greifen Senioren beim Einkaufen unter die Arme und betreuen Kinder. "Ich fand es toll, das Freiwilligenforum mit der Sozialberatung zu verbinden", sagt Ingrid Köhler-Krüger. "Mit viel Unterstützung und Vertrauen des Rathauses konnte das Ganze aufgebaut werden."

Geben statt Nehmen. Das Schönste für die Sozialberaterin war das Feedback und die Freude der Bedürftigen. "Die Arbeit war mein Lebensmittelpunkt. Ich habe so viel zurückbekommen, wie ich gegeben habe. Es hat mir sehr viel Freude bereitet", sagt sie.

Den Fokus in ihrem Leben legt Ingrid Köhler-Krüger in Zukunft allerdings auf andere Dinge. "Ich möchte das Schmieden von Gold intensivieren. Seit mehr als 13 Jahren entwerfe ich Schmuck." Bedürfnisorientiert zu arbeiten werde jedoch immer ein Teil ihres Lebens sein.