Kommentar

Nicht filmreife Förderungshürde

Das Kino lebt und erfreut sich steigender Beliebtheit. Das zeigen die Statistiken, die die Filmförderungsanstalt in Berlin jedes Jahr veröffentlicht. Demnach zählten die rund 1650 Kinos voriges Jahr 135 Millionen Besucher. Das waren etwa fünf Millionen mehr als im Jahr davor und etwa zehn Millionen mehr als 2010. Der Umsatz der Kinos ist seit 2007 um ein Drittel auf mehr als eine Milliarde Euro gestiegen. Von diesem Kuchen bekommen nicht nur etwa die großen Multiplex-Kinos etwas ab. Die Hälfte des Umsatzes bescheren die Kino-Liebhaber den alten, traditionellen Lichtspieltheatern, wie es sie noch in Barmstedt, Uetersen und Quickborn gibt.

Während die beiden letzteren ihre Leinwände bereits mit der neuesten Digitaltechnik ausgerüstet haben, muss das Saturn-Kino in Barmstedt eine eigene Technik einsetzen. Den vorgeschriebenen Standard kann sich Betreiber Reinhard Klietz nicht leisten. Für ihn allein zu teuer, sagt er. Die mögliche Förderung, die ihm bis zu 80 Prozent der 60.000-Euro-Investition in Aussicht stellte, ist ihm jetzt wegen seltsamer bürokratischer Hürden verweigert worden. Nicht alle seine Kinosäle kommen auf die 8000 Besucher pro Jahr, wie verlangt. Also gibt es keinen Zuschuss. Dabei hatte Klietz die Förderung nur für den größeren Saal beantragt, der sehr wohl so viele Besucher zählt. Damit droht wieder ein Traditions-Kino zu schließen. Das ist bedauerlich. Es sei denn, es greift ihm noch jemand von der Stadt oder der Filmförderung unter die Arme.