Pinneberg

Pinneberg muss nachrüsten beim Energiesparen

Experten weisen mangelhafte Ausführung von Sanierungen an öffentlichen Gebäuden nach

Pinneberg. "Sie müssen investieren, um bei den Energiekosten etwas zu erreichen. Anders geht es nicht." Der Ratschlag, den Ingenieur Peter Bielenberg am Donnerstagabend den versammelten Pinneberger Politikern gegeben hat, war unmissverständlich. Den Mitgliedern der Ausschüsse für Wirtschaft und Finanzen, für Umwelt und Naturschutz sowie des Schulausschusses wurde von externen Fachleuten ein "Klimaschutz-Teilkonzept" vorgestellt. Die Experten hatten seit 2011 insbesondere städtische Gebäude auf ihre Energieeffizienz hin untersucht. Dabei kam heraus, dass an mehreren Stellen gänzlich die Instrumente fehlten, den Energieverbrauch zu messen und zu kontrollieren. "Bereits das Energiecontrolling führt zu Einsparungen von acht bis zehn Prozent", sagte Architekt Peter Biner Wulf. Jan Gawryluk, Werkleiter des Kommunalen Servicebetriebs (KSP), zu dessen Verantwortungsbereich das Gebäudemanagement seit Kurzem gehört, kündigte an, kurzfristig Zähler und Thermostate nachzurüsten. Laut Verwaltungsvorlage wird dies annähernd 25.000 Euro kosten.

Die Klimaschutz-Fachleute zeigten aber auch auf, dass sich Pinneberg manche Energiesparmaßnahme der Vergangenheit hätte sparen können - weil die Umsetzung unfertig blieb oder mangelhaft ausgeführt wurde. Wulf sprach wiederholt von Beispielen "mangelhafter Bauabnahme", die er mit Fotos belegte. Bei der Begutachtung der Sanierungen an der THS entdeckten Energiespar-Experten sogar ungesicherte Baumaterialien auf dem Schuldach. "Mir hat es die Sprache verschlagen. Uns Politikern war nicht bekannt, dass derartige Mängel vorliegen", sagte SPD-Fraktionschefin Angela Traboldt. Carl-Eric Pudor, Schulausschussvorsitzender von der CDU, sagte: "Die Bauendabnahme war eine Vollkatastrophe." Bürgermeisterin Urte Steinberg sagte zu, alle Mängel, die akute Gefahren darstellen, sofort zu beseitigen.