Rellingen

Die Rellinger sollen besseres Wasser bekommen

Experten installieren für 250.000 Euro eine neue Aufbereitungsanlage im Ortsteil Egenbüttel. Versorgung beim Umbau weiterhin sichergestellt.

Rellingen. Das Herzstück der Rellinger Wasserversorgung wird ausgetauscht und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Es handelt sich um die Aufbereitungsanlage des Wasserwerks im Ortsteil Egenbüttel, die in einer mehrwöchigen Operation mit einem Kostenaufwand von 250.000 Euro komplett erneuert wird.

Von der Transplantation dürften die Rellinger Wasserkunden allerdings nichts bemerken. Umso beeindruckender war der Aufwand, der betrieben wurde, um die neue Anlage zu installieren. Per Telekran musste zunächst der bisherige Behälter für die Wasseraufbereitung aus den Tiefen des Betriebssystems vorsichtig herausgezogen werden.

Anschließend hob der Kranausleger die beiden vier Meter hohen vierkantigen Bauteile der neuen Aufbereitungsanlage von der Ladefläche eines Sattelschleppers. Rolf Zwicknagl vom Bremer Ingenieurbüro für Umwelttechnik Lührs und der Leiter des Rellinger Wasserwerks, Jürgen Pein, beobachteten den Kraftakt.

Der Zusammenbau der Teile sowie der Anschluss der Anlage an die Förderpumpen und das Wasserversorgungsnetz wird sich voraussichtlich bis Mitte nächsten Monats hinziehen. Doch die Wasserversorgung Rellingens ist auch in dieser Zeit nicht gefährdet. "Wir haben für die Umbauzeit extra einen Bypass angeschlossen", erläutert Wasserwerk-Chef Pein.

Das neue Aufbereitungssystem arbeitet in offener Belüftungstechnik, um mit Sauerstoffanreicherung den Eisenanteil des geförderten Grundwassers abzubauen. Bisher wurde Sauerstoff in einem geschlossenen System zugeführt. Dank der neuen Technik durchläuft das geförderte Wasser künftig den Behälter ohne zusätzliche Pumpenleistung in Kaskaden wie in einem Wasserfall. Damit wird genügend Sauerstoff zugeführt.

Mit dieser Verrieselungstechnik kann auch der Methan- und Kohlensäuregehalt stärker als bisher reduziert werden. Pein rechnet damit, dass sich mit dem neuen Wasser auch weniger Kupferbestandteile aus alten Hausleitungen lösen.

Jürgen Pein lobt die gute Trinkwasserqualität des Rellinger Lebenselixiers. Doch wegen seiner relativ großen Härte als Folge eines erhöhten Kalkanteils sei das Rellinger Nass beim Wäschewaschen und Teekochen von etwas geringerer Güte. Allerdings: "In Pinneberg ist das Wasser noch härter", sagt Pein. Rellingens Wasser kommt aus fünf Brunnen in der Umgebung des Wasserwerks. Gefördert wird aus Tiefen zwischen 40 und 300 Metern. Das Versorgungsgebiet mit 3900 Anschlüssen umfasst 12.000 Einwohner. Der Wasserverbrauch beläuft sich täglich auf 2000 bis 3000 Kubikmeter.

Lediglich einige Kunden im Gebiet zwischen der Autobahn 23 und der Stadtgrenze Pinnebergs werden vom Pinneberger Wasserwerk versorgt.