Schenefelder Shoppingcenter

Stadtzentrum hofft auf Modehaus Ramelow

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Katy Krause

Das Modehaus soll dem Schenefelder Shoppingcenter zu Höhenflügen verhelfen. Weitere Kundenmagneten lassen auf sich warten.

Schenefeld. Ostern ist der wichtigste Feiertag im Christentum. Doch auch für den Einzelhandel sind die Ostertage von enormer Bedeutung. Dann klingeln die Kassen. Zumindest, wenn's gut läuft. Umso mehr ersehnen die Unternehmer im Stadtzentrum das Datum herbei. Nach einer langen und für viele Mieter von Entbehrungen gekennzeichneten Umbauphase mit ausbleibenden Kunden und Umsätzen hoffen sie auf ein Bomben-Geschäft. Einer, der genau dafür sorgen soll, ist Marc Ramelow vom gleichnamigen Familienunternehmen aus Elmshorn. Sein neues Mode- und Sporthaus, das er am 21. März auf 2000 Quadratmetern im Stadtzentrum eröffnet, soll das Ruder herumreißen.

Doch bis dahin gibt es auf der ehemaligen Fläche von P & C sehr viel zu tun. Die Handwerker basteln an der Beleuchtung, die zahlreichen Mitarbeiter räumen Karton um Karton in die Regale ein. Es wird geputzt und gehämmert. Seit Wochen wird hier im Akkord geschuftet. In den vergangenen Wochen wurden Nacht- und Sonntagsschichten eingelegt. Der Plan, vor Ostern zu eröffnen war ehrgeizig. Angesichts einer umfangreichen Sanierung und zahlreichen unerwarteten Problemen wird es eng. Doch Ramelow gibt sich gelassen.

"Das wird schon", sagt der Unternehmer zuversichtlich, während er drei Tage vor der Eröffnung durch die neue Shoppingwelt führt, die teilweise noch einer Großbaustelle gleicht. Mehr als eine Million Euro investierte Ramelow in den sechsten Standort, noch einmal eine Summe im hohen sechsstelligen Bereich ließ sich die Berlinovo Immobilien Gesellschaft mbH, ehemals BIH, als Eigentümer des Centers die Sanierung der Fläche kosten. 30 Mitarbeiter bringen vom 21. März an Businesskleidung, Sportsachen, Freizeitmode und junge Mode an den Mann oder die Frau. Auf einen Bereich mit Kinderbekleidung hat Ramelow bewusst verzichtet: "Im ersten Schritt nehmen wir es aufgrund des Platzes nicht mit ins Sortiment auf. Wir werden aber das Kundenverhalten genau analysieren." Sprich, wenn der Bedarf da ist, findet sich ein Platz. Er setzt auf Stammkunden, Individualität und Service. Den wachsenden Wettbewerb durchs Onlinegeschäft fürchtet er nicht. "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Menschen auch in 20 Jahren ins Center gehen um ihre Kleidung zu kaufen."

Den ramelowschen Optimismus teilen nicht alle in seiner Branche, wie Centermanager Markus Montag zu spüren bekommt. Ursprünglich wollte er für weitere leer stehende Flächen wie die im Anbau oder die alte Rewe-Filiale spätestens zu Ostern neue Mietpartner präsentierten. Er muss zurückrudern. "Durch die Wettbewerbssituation im Internet überlegen viele Unternehmer doppelt und dreifach, ob sie einen neuen Standort aufmachen", so Montag.

Sein Problem ist, dass auch die bisherigen Mieter langsam unruhig werden. Sie warten auf Erfolgsnachrichten. Unter anderem machte auch Jessica Barke, neue Spielbankleiterin, keinen Hehl daraus, dass die Verlängerung des Mietvertrages für das Casino im zweiten Stock auch an die Entwicklungen im Center geknüpft ist. Der Vertrag über die seit Jahren angemietete Fläche läuft aus. Nach alternativen Standorten wird gesucht. Eine Entscheidung soll in den kommenden Monaten fallen.

Während die einen einziehen, hat ein anderer seine Sachen gepackt, über dessen Auszug Montag allerdings nicht traurig ist. Der ehemalige Centermanager Thomas M. Bleis hat sein Büro im zweiten Stock des Stadtzentrums vor drei Wochen geräumt. Dem Auszug ging ein jahrelanger Rechtsstreit um die Gültigkeit seiner Kündigung voraus. Seit Februar 2011 saßen zwei Manager fast Tür an Tür. In ersten Instanz gab das Hamburger Landgericht Bleis recht. Anfang des Jahres einigte man sich nun außergerichtlich.

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