Leserbriefe an die Redaktion

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Keine Stadt

13. März "Pinneberger rügen Pinneberg"

Pinneberg - ja bitte? Nach Wilster, Düsseldorf, Frankfurt, Côte d'Azur und Garmisch sind wir seit neun Monaten im Quellental gelandet. Wir gestehen es ehrlich, Pinneberg war nicht unbedingt das Ziel unserer Träume, aber ein Enkel-Baby hat es geschafft. Wie sehen wir unsere neue Heimat jetzt?

Kultur? Viele Angebote, doch meist ein bisschen mittelmäßig.

Stadtansicht? Insgesamt ansehnlich, doch oft ein bisschen vergammelt.

Einkaufen? Sehr gut, doch immer mehr ein bisschen ohne Zukunft.

Freizeit? Nicht schlecht, doch immer ein bisschen außerhalb.

Zukunft? Ist sicherlich vorhanden, aber ein bisschen trist angesichts der katastrophalen Haushaltslage.

Dieses ein bisschen macht es so schwer, eine Identität für uns aufzubauen, zu sagen: Jawohl, das ist es! Es fehlt ein wenig das Burggefühl, es ist für uns keine Stadt, sondern eine Ansammlung von Häusern wie so viele andere Städte auch.

Immerhin sehen wir auch Positives: den Fahlt und den Rosengarten innerhalb der Stadt, die (noch) guten Verkehrsverbindungen, die Nähe zur Elbe und nicht zuletzt eine engagierte Bürgermeisterin.

Christel und Uwe Martensen

Lebenswerte Stadt

Meine Frau und ich fühlen uns wohl in Pinneberg. Hier gibt es genügend Geschäfte, Schulen, Sport- und Spaziermöglichkeiten, Gaststätten, Fahlt und Klövensteen sind in der Nähe. Die Verkehrsanbindungen sind besser als im Umland, die Mieten und Kaufpreise günstiger als etwa in Rellingen, Schenefeld oder Hamburg. Mit der ehemaligen Kaserne hat die Stadt die Möglichkeit, mehr Wohnraum für Suchende aus Hamburg zu schaffen. Das wiederum würde dem Einzelhandel und der Gastronomie zu mehr Umsatz, Gewinn und Investitionen verhelfen.

Die Leerstände im Fahltskamp und der Dingstätte sind auch eine Folge des Baus der Rathauspassage. Da sind einige Geschäfte nur umgezogen und machen jetzt dort ihre Umsätze. Wenn Edeka an die Friedrich-Ebert-Straße zieht und dort zusätzlich weitere Ladenlokale eröffnet werden, gibt es zusätzlichen Leerstand im Fahltskamp. Da der meines Erachtens nicht gefüllt werden kann, sollte untersucht werden, ob man nicht Geschäfte in Wohnungen umbauen kann. Vielleicht ist dann auch Platz für ein Kino mitten in der Stadt?

Das Problem der Leerstände gibt es übrigens auch in Elmshorn. Wir haben einfach zu viele Einkaufszentren. Was mich früher gestört hat in Pinneberg war, dass es oft ein Gezänk zwischen den Parteien gab und keinen starken Bürgermeister bzw. Bürgermeisterin. Wichtige Dinge kamen über Jahre nicht voran. Das hat sich aber zum Glück zum Positiven gewandelt.

Meine Frau und ich wohnen seit 39 Jahren in Pinneberg, weil es sich lohnt, hier zu leben. Diese Empfehlung gebe ich auch an Auswärtige.

Jürgen von der Heyde

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Schreiben Sie an pinneberg@abendblatt.de oder per Post an das Hamburger Abendblatt, Regionalausgabe Pinneberg, Lindenstraße 30, 25421 Pinneberg