Leserbriefe an die Redaktion

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Verbale Placebos

13. März: "Pinneberger rügen Pinneberg"

Der City-Manager sollte solche verbalen Placebos, die von sogenannten Marketingexperten nur allzu gern genutzt werden, unterlassen. Vielmehr sollte er über die konkrete kurz-, mittel- und langfristige Planung und die damit verbundenen Ziele für die Stadtentwicklung informieren. Das gilt übrigens auch für die politischen Vertreter.

Ich wohne seit mehr als 30 Jahren gern in Pinneberg-Eggerstedt. In den letzten vier bis fünf Jahren allerdings eher wegen der Nähe zu Familie und Freunden, wegen der schnellen RE-Verbindung nach Hamburg und wegen der tollen Möglichkeiten, von hier aus mit dem Rad die Umgebung Richtung Elbe zu erkunden.

Zum Bummeln und Einkaufen fahre ich lieber nach Hamburg oder auch nach Wedel. Dort bietet allein die Bahnhofstraße mehr Angebotsvielfalt als das gesamte Innenstadtgebiet von Pinneberg. Die Ansiedlung kleiner Fachgeschäfte (keine Bäckereien, Telefon- und Billigläden bitte!!) ist hier dringend geboten, um die Stadt für ihre Bürger wieder interessant zu machen.

Eine temporäre "Bespielung" der leerstehenden Ladenflächen könnte zum Beispiel durch die Musikschule (Probestunden), durch Bastel- und Malkurse der VHS (Ausstellung der Arbeiten) und/oder durch die Präsentation von Gesellen- und Meisterstücken der Handwerksbetriebe aus der Region erfolgen. Ein Rosen- und Pflanzenmarkt zur Pflanzzeit auf dem Lindenplatz und in der unteren Dingstätte würde sicherlich ebenfalls viel Aufmerksamkeit und finden.

Eine entsprechende mediale Begleitung solcher oder ähnlicher Maßnahmen würde zum Erfolg beitragen. Darüber hinaus könnten diese Aktionen den Veranstaltungskalender der Stadt wesentlich bereichern.

Die oben genannten Kooperationen lassen sich mit relativ geringen finanziellen Mitteln umsetzen und sind für alle Beteiligten attraktiv - nicht zuletzt für die Immobilienbesitzer. Sie erfordern allerdings einen Blick über den üblichen Tellerrand hinaus und etwas Verhandlungsgeschick.

Langfristig kann sich aus einer attraktiven Innenstadt dann auch eine Marke entwickeln (lassen), aber bis dahin ist es noch ein sehr langer Weg. Ohne erste kleine Schritte in die richtige Richtung führt der aber schnell ins Leere.

Inge Benchakroun

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