Pinneberg
Norderstedt

Fachhochschule Wedel weitet ihr Angebot aus

Hochschulbetrieb gründet Institut für Softwaretechnik und Outsourcing in Norderstedt. Fachhochschule verspricht sich viel von der Expansion.

Wedel/Norderstedt. Erst vor eineinhalb Jahren hat die Fachhochschule Wedel ihre Studiengänge in Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsinformatik durch ein duales Studiengangsystem ergänzt, wie es bei der Nordakademie in Elmshorn bereits in Kooperation mit zahlreichen Industriebetrieben vorhanden ist. Nun weitet der private Lehrbetrieb von der Elbe sein duales Angebot aus, das zurzeit 26 Studierende und 27 gewerblichen Kooperationspartner nutzen. Die Fachhochschule Wedel hat zusammen mit dem Hamburger IT-Unternehmen Akquinet und den Stadtwerken Norderstedt das Institut für Softwaretechnik und Outsourcing gegründet, das am Standort Norderstedt jährlich 20 neue Studenten in der Fachrichtung Wirtschaftsinformatik aufnehmen wird, kündigte FH-Präsident Professor Eike Harms am Mittwoch an.

Die FH, die in Wedel 1000 Studenten in Vollzeit, Teilzeit und dual ausbildet und jährlich 260 Abschlüsse generiert, verspreche sich von dieser Expansion einiges, begründete Harms diesen Schritt. Eine bessere Auslastung und Finanzierung des Hochschulbetriebes, eine Erweiterung des Lehrangebots und eine bessere Akzeptanz der sogenannten MINT-Fächer (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften), die gemeinhin immer noch als besonders schwer gelten, so Harms.

Dabei würden immer mehr junge Menschen diese wirtschaftsnahen Studiengänge wählen. Wirtschaftsinformatik sei neben der klassischen Betriebswirtschaftslehre der Studiengang mit der höchsten Steigerung an deutschen Hochschulen, so Harms.

Aber auch für die Studenten sei ein solches Studium sehr attraktiv, glaubt Professor Harms. "Es ist ein bezahltes Studium. Die Studenten verdienen ihren Lebensunterhalt und sie haben gute Aussicht auf einen gesicherten Arbeitsplatz." So würden 85 Prozent aller Absolventen in Wedel schon bei ihrer Zeugnisvergabe über einen festen Arbeitsvertrag verfügen. Während ihres Studiums erhielten sie eine Vergütung von etwa 400 Euro im Monat, erläuterte Institutsleiter Professor. Christian Roth.

Das Studium orientiere sich eng an den praktischen Anforderungen in der Wirtschaft, betonte der Institutsleiter. Anders als in anderen dualen Ausbildungssystemen, wo sich Theorie und Praxis ständig abwechseln, nimmt hier im Laufe des Studiums der Praxisanteil zu. Das Studium sei deshalb auch von sieben auf neun Semester verlängert worden. Vom fünften Semester an seien die Studenten in ihren Partnerbetrieben sofort produktiv einsetzbar, versprach Professor. Roth. Damit soll den Mitgliedsfirmen möglichst schnell ein Rückfluss ihres finanziellen Engagements gewährleistet werden, erklärte der Institutsleiter. Immerhin investiert jedes Unternehmen rund 70.000 Euro in das Studium ihres künftigen, hoch qualifizierten Mitarbeiters. Gleichzeitig steigt im Laufe des Studiums die Studiengebühr, so dass auch der Student wenig Anreiz zum Bummeln hat.

Sitz der neuen Außenstelle der Fachhochschule Wedel wird das neue Rechenzentrum an der Ulzburger Straße in Norderstedt sein, das die dortigen Stadtwerke für 26 Millionen Euro neu bauen. Zur Hälfte wird dies an Dataport vermietet, die in den unterirdisch gelagerten Servern sämtliche Behörden-, Polizei- und Finanzamtsdaten für Norddeutschland verwalten, sagte Norbert Frank von Akquinet, dessen Firma mit 400 Arbeitsplätzen seinen Sitz von Hamburg dorthin verlagern wird. Beide Unternehmen sind die ersten privaten Partner der Fachhochschule Wedel, die im Erdgeschoss ihre Räumlichkeiten beziehen wird. Im Januar 2014 wird das neue Gebäude bezogen.

Die Zahl der Partnerfirmen soll ebenso wie die der Studenten kontinuierlich steigen, kündigte Institutsleiter Roth an. Davon geht auch Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote aus.

Er wisse von seinen Kindern, die beide auf der Nordakademie studiert hätten, dass sich die angeschlossenen Partnerfirmen durchaus noch mehr und betriebsnähere Studienplätze im Bereich Wirtschaftsinformatik wünschten. Diese hätten nun eine weitere Alternative, sagt der Verwaltungschef. "Ich glaube, dass in kurzer Zeit weitere zehn Unternehmen auf dieses Angebot aufspringen werden."

Wer sich für einen solchen Studienplatz interessiert, sollte sich an die Fachhochschule in der Feldstraße 143 in Wedel, unter Telefon 04103/804 80, E-Mail info@fh-wedel.de oder direkt an das neue Institut für Softwaretechnik und Outsourcing, per E-Mail an christian.roth@akquinet.de, wenden.