Geschäftsleute ziehen eine gemischte Bilanz

Vor allem Buchhändler und Lebensmittelmärkte haben von Einkäufen zum Jahresende profitiert. Kundenverhalten hat sich geändert

Kreis Pinneberg. Die Einzelhändler im Norden ziehen insgesamt eine gemischte Bilanz des Weihnachtsgeschäftes. Das teilt Monika Dürrer, Geschäftsführerin Einzelhandelsverbandes Nord, mit. Im Detail gibt es aber auch positive Nachrichten.

Die Händler der Welau-Arkaden sind mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden. 20 Geschäfte haben ihren Sitz in den Welau-Arkaden an der Bahnhofstraße. Verkauft werden dort unter anderem Lebensmittel, Mode, Bücher und Kosmetik. "Die Umsätze haben sich positiv gegenüber denen aus dem Vorjahr entwickelt", sagt Volker Klein, Centermanager der Welau-Arkaden.

Zufrieden mit ihren Verkaufszahlen im Weihnachtsgeschäft waren nicht nur die Schuhhändler von Deichmann, sondern auch die Buchhandlung Heymann und die Lebensmittelbranche. "Weihnachten gönnen sich die Leute gern etwas und geben im Durchschnitt mehr für Lebensmittel aus", sagt Volker Klein, der auch Inhaber eines Edeka-Marktes ist.

Überraschend gut sei der Verkauf von Weihnachtskalendern und Süßigkeiten gelaufen in diesem Jahr, obwohl die Stiftung Warentest Anfang Dezember vor Erdölrückständen in Schokolade gewarnt hatte. Vor allem vor den Feiertagen hätten zudem viele Kunden die langen Öffnungszeiten bis 22 Uhr genutzt, um Vorräte für das Fest einzukaufen. Auch nach den Feiertagen sind die Läden voll. Kunden tauschen ungeliebte Geschenke um oder lösen Gutscheine ein.

Oliver Schulz hat sich vom Weihnachtsgeschäft mehr erwartet. Eine negative Bilanz möchte der Geschäftsführer der MediMax-Filiale im Stadtzentrum Schenefeld jedoch nicht ziehen. "Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen", sagt er. Das Weihnachtsgeschäft ist für die Elektronik-Branche wichtig. Letztlich seien die Umsätze der Monate November und Dezember maßgeblich für Erfolg des Geschäftsjahres. Den Grund für das durchwachsene Geschäft sieht Schulz vor allem darin, dass in diesem Jahr technische Neuheiten gefehlt hätten. Besonders häufig lagen in diesem Jahr Tablet-PCs, E-Book-Reader und die Spielkonsole Wii unter Schenefelder Tannenbäumen.

Auch Smartphones und Fernseher standen offenbar bei vielen auf dem Wunschzettel. Kaffeemaschinen, die sonst an Weihnachten häufig gefragt waren, wurden in diesem Jahr weniger verschenkt, hat Schulz festgestellt. Dafür schenken immer mehr Menschen Gutscheine und Guthabenkarten für iTunes, eine Anwendung für Smartphones oder Tablet-PCs. "Der Trend wird seit Jahren stärker", sagt Schulz. Außerdem nutzen vor allem Familien die freien Tage zwischen den Jahren, um einzukaufen. "Waschmaschinen und Fernsehgeräte stehen hoch im Kurs", sagt der Geschäftsführer von MediMax. Oliver Schulz, der auch Chef der Werbegemeinschaft für das Stadtzentrum Schenefeld ist, kann noch keine abschließende Bilanz für alle Kaufleute des Stadtzentrums ziehen. Viele Kunden hätten vor allem die Wochenenden genutzt, um einzukaufen. Im Vergleich zum Vorjahr seien unter den Besuchern wieder deutlich mehr Familien gewesen, sagt Schulz. Im Stadtzentrum Schenefeld hat sich im vergangenen Jahr viel verändert. Peek & Cloppenburg ist ausgezogen, rund um das Center wurde viel gebaut.