Pinneberg

Sicherheitsdienst reißt Zivilfahnder vom Fahrrad

Security-Mitarbeiter wollten Polizist stoppen. Er war nachts ohne Licht in Wedel unterwegs

Wedel. Ein nächtlicher Streit um ein unbeleuchtetes Fahrrad in Wedel endet nun vor Gericht. Zwei Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes, die von der Stadt Wedel mit der Aufnahme von Ordnungswidrigkeiten beauftragt waren, müssen sich vor dem Amtsgericht Pinneberg wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Im Mai sollen die beiden Angeklagten auf ihrer nächtlichen Streife versucht haben, einen Radfahrer anzuhalten, der ohne Licht unterwegs war. Der Fahrradfahrer hielt jedoch nicht an. Daraufhin sollen die Angeklagten dem Mann hinterhergelaufen sein und ihn vom Rad gerissen haben. Der Anklage zufolge habe einer der Sicherheitsdienstmitarbeiter den Radfahrer in den Schwitzkasten genommen, während der andere versucht haben soll, ihn mit Handfesseln zu fixieren. Der Radfahrer soll dabei unter erheblichen Schmerzen gelitten haben. Was die Angeklagten nicht wussten: Bei dem Radfahrer handelte es sich um einen Polizeibeamten in Zivil. Der habe die beiden zweimal angemahnt, bevor er dreimal platziert zuschlug, um sich zu befreien.

Im Bereich S-Bahnhof Wedel und der Großraumdisco an der Rissener Straße ist es in der Vergangenheit häufiger zu Ordnungswidrigkeiten gekommen. Die Stadt Wedel beauftragte daraufhin einen Sicherheitsdienst, der Präsenz zeigen und dadurch Ordnungswidrigkeiten verhindern sollte. Gedeckt werde der Einsatz von den sogenannten Jedermannsrechten, sagt Jürgen Brix, vom Fachdienst Ordnung der Stadt Wedel. Eine besondere Befugnis für Sicherheitsdienste ergebe sich daraus nicht, sagt Bernhard Henneberg, stellvertretender Sprecher des Landgerichts Itzehoe.

Die Verhandlung vor dem Amtsgericht Pinneberg beginnt am Montag, 26. November, um 11 Uhr im Saal 1.