Eggerstedt-Planer rechnet mit 800 Millionen Euro Investitionen

Pinneberg. Bevor die Pinneberger Kommunalpolitiker in die Weihnachtspause gehen können, haben sie noch ein großes Projekt vor der Brust. Am Dienstag, 20. Dezember (Beginn 18.30 Uhr/Sitzungsraum B), wird sich der Stadtentwicklungsausschuss mit der Zukunft der früheren Eggerstedt-Kaserne beschäftigen. CDU und SPD wollen dann Bürgermeisterin Kristin Alheit beauftragen, mit Vertretern der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) Verhandlungen über den Ankauf des Kasernengeländes zu führen, das bereits 2002 von der Bundeswehr aufgegeben worden war. Laut einem Wertgutachten ist das 36 Hektar große Gelände 3,5 Millionen Euro wert. Den beiden großen Fraktionen im Pinneberger Rat schwebt eine multifunktionale Nutzung, also eine Mischung von Wohnen und Gewerbe auf dem Kasernengelände vor.

Die Fraktion der Bürgernahen hat für die Ausschusssitzung beantragt, ein "Arbeitsgespräch" mit Projektentwickler Peter Köhler von der Firma N.E.T.plan zu führen. Dies soll allerdings im nicht öffentlichen Teil der Sitzung geschehen. Eben dieser Projektentwickler hatte just in einer Pressemitteilung erklärt, man habe im Spätsommer der Stadtverwaltung "das Grundkonzept für einen Technologiestandort mit Gewerbeansiedlung und Schaffung von tausenden Arbeitsplätzen" vorgestellt. Daraufhin, so schreibt Köhler, sei die N.E.T.plan KG von der Bürgermeisterin mit der Planung beauftragt worden. Dem widerspricht die Verwaltungschefin: "Es wurde kein Auftrag erteilt!"

Laut dem Projektplaner könnten auf dem Gelände der Eggerstedt-Kaserne ein Technologiezentrum, ein Bildungs-Campus sowie "der Forschung zuarbeitende Gewerbebetriebe" angesiedelt werden. Zum Konzept gehörten weiter ein Kongress- und Tagungshotel, eine Senioreneinrichtung, eine Schule, eine Kindertagesstätte sowie Geschäfte. Geplant seien weiterhin "anspruchsvolle Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser" (200 Wohneinheiten). Es handele sich um ein "schlüssiges und wirtschaftlich tragfähiges Gesamtkonzept", betonte Köhler.

Ob sich das Großprojekt (laut Köhler geht es um Investitionen von fast 800 Millionen Euro) zum "Luftschloss oder zum großen Wurf" entwickele, "hängt ausschließlich an den zuständigen Pinneberger Politikern".