Schüler der Pinneberger Johannes-Brahms-Schule üben sich als Unternehmer und wollen mit internationalen Gerichten Generationen verbinden

Pinneberg. Generationen verbinden - das haben sich die zwölf Schüler von "Vivo - Gemeinsam erleben" zum Ziel gesetzt. Sie alle haben sich für das Medienprofil der Johannes-Brahms-Schule in Pinneberg entschieden und nehmen am bundesweiten Junior-Programm des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft teil. Dieses Projekt gibt ihnen die Möglichkeit, für ein Schuljahr ein eigenes Unternehmen zu gründen und zu lernen, was sich hinter Begriffen wie Bilanz, Gewinn oder Marketing verbirgt.

"Zuerst haben wir nach einem Geschäftsfeld gesucht, in dem die Konkurrenz noch nicht so groß ist", schildert Sarah Rahn, die Vorstandsvorsitzende der Schülerfirma, die Anfänge des Unternehmens.

Schnell war klar, dass der soziale Aspekt im Vordergrund stehen soll; ältere und junge Menschen sollen einander näher gebracht werden und in der Gruppe Spaß haben. "Und wo geht das besser, als beim gemeinsamen Kochen", sagt die 18 Jahre alte Schülerin. Schnell war sich die Gruppe einig: "Wir veranstalten Kochevents."

Jede Veranstaltung steht unter einem Ländermotto

Dann wurden die Unternehmensbereiche Marketing, Finanzen, Verwaltung sowie Technik und Dienstleistungen personell besetzt und eine Vorstandsvorsitzende gewählt. Die jeweiligen Bereichsleiter gehören automatisch zum Vorstand.

"Alle zwei Wochen veranstalten wir unsere Kochpartys", erläutert Chefin Sarah. "Damit nicht immer nur deutsche Hausmannskost auf den Tisch kommt, stellen wir jede Veranstaltung unter ein Ländermotto." Bis zum Schuljahresende - dann wird die Firma automatisch aufgelöst - stehen noch kulinarische Spezialitäten aus der Türkei, Mexiko, Russland, Frankreich und zum Abschluss auch aus Deutschland auf der Speisekarte. Dann wird sich schließlich entscheiden: War die Geschäftsidee die richtige? Hat das Unternehmen gut gewirtschaftet? Kann ein Gewinn an die Anteilseigner ausgezahlt werden? Denn um den Versuch, wie in der freien Wirtschaft möglichst hohe Gewinne zu erzielen, geht es auch den jungen Mitarbeitern der Firma "Vivo - Gemeinsam erleben".

Darum wurden zu Beginn des Projekts auch Anteilsscheine im Wert von jeweils zehn Euro, an Freunde, Mitschüler, Verwandte und Nachbarn verkauft. "Und wir wollen unseren Aktionären natürlich mehr zurück zahlen als sie zu Beginn eingesetzt haben", sagt Vorstandschefin Sarah Rahn.

Einen Erfolg kann das Vivo-Team allerdings schon jetzt verbuchen: Die Schülerfirma hat sich für den Junior-Landeswettbewerb beworben, wurde dort nach entsprechende Vorprüfung angenommen und gehört damit schon jetzt zu den zehn besten Unternehmen Schleswig-Holsteins.

"Am 12. Mai fahren wir mit unseren Lehren nach Kiel und präsentieren unsere Firma dort vor einer Fachjury", berichtet die 18-Jährige, "und wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, der darf zur Bundesausscheidung nach Berlin fahren.

Derartiges Engagement ist an der Pinneberger Johannes-Brahms-Schule aber nichts Neues. Die letzte Schülerfirma war Sieger des Landeswettbewerbs. Lehrer Sebastian Marcks lobt den großen Einsatz seiner Schüler: "Dieses Projekt ist für die Vivo-Macher eine echte Herausforderung, die sie an ihre Grenzen bringt." Es sei schon beeindruckend, wie schnell sie Fortschritte machten, wie viel sie lernten "und dabei über sich selbst hinauswachsen", schwärmt der Lehrer.

Für die weiteren Kochevents können sich die Jungunternehmer außerdem auf fachkundige Hilfe freuen: Sternekoch und Restauranttester Christian Rach schickte, als er von den Plänen hörte, ein Kochbuch mit persönlicher Widmung und dem Versprechen, bei Problemen mit Ratschlägen und Tipps per E-Mail weiterzuhelfen.

www.vivo-erleben.de

www.juniorprojekt.de