Pinneberg
Kreis Pinneberg

Jetzt haben Einbrecher und Diebe leichtes Spiel

Foto: Arne Kolarczyk

Mit der Aktion Weihnachtsmann will die Polizei für mehr Sicherheit sorgen

Kreis Pinneberg. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. 9634 Fälle von Diebstahls- beziehungsweise Einbruchsdelikten wurden 2009 von der Polizei im Kreis Pinneberg aufgenommen. Das entspricht 42,1 Prozent der Gesamtkriminalität. Besonders in der Vorweihnachtszeit sind die Ganoven aktiv. Die Innenstädte sind voller und die Portemonnaies der Einkaufenden praller gefüllt. Und dank der frühen Dunkelheit haben es auch Einbrecher wesentlich leichter, heimlich, still und leise zum Erfolg zu kommen.

Die Polizei hat in der Winterzeit ihre Streifentätigkeit ausgeweitet

Die Polizei hat reagiert und die sogenannte Aktion Weihnachtsmann ins Leben gerufen. "Wir haben kreisweit mehr Personal auf die Straße gebracht", erläutert Frank Lassen, der Stationsleiter für Uetersen und ehemaliger Pressesprecher der Polizei für den Kreis. Die Beamten sind etwa auf Fußstreife in den Einkaufszonen unterwegs - und sie überwachen in Zivil sowie Uniform Bereiche, in denen es verstärkt zu sogenannten Dämmerungseinbrüchen kommt. Das gilt insbesondere für Orte an der Stadtgrenze zu Hamburg - zumeist jene, die über einen Bahnanschluss verfügen.

"Statistisch gesehen gibt es in Deutschland alle fünf Minuten einen Einbruch", erläutert Jörg Mangelmann, der Präventionsbeauftragte der Polizei für den Kreis Pinneberg. Und er sagt weiter: "Jeder Bürger kann vorbeugen, kann mit einfachen Mitteln sein Eigentum schützen." Das fange damit an, die Nachbarn über längere Abwesenheiten zu informieren, damit diese den Briefkasten leeren. Zudem könnten sie auf dem Grundstück parken und so Täter in die Irre führen. Im Gebäude selbst sollte dafür gesorgt werden, dass - über Zeitschaltuhren gesteuert - Licht brennt, um Anwesenheit vorzutäuschen. Eine andere Möglichkeit sei, sämtliche Rollläden herunterzulassen und die Klingel abzustellen. Mangelmann: "So haben die Einbrecher zwar den Verdacht, dass niemand da ist. Sie können aber nicht sicher sein und werden das Risiko scheuen."

Die beliebteste Einbruchszeit ist laut dem Experten zwischen 17 und 21 Uhr. In der Regel schleichen sich die Täter von hinten an das Gebäude heran und werden versuchen, über die Terrassentür oder ein Erdgeschossfenster einzudringen. Mangelmann empfiehlt, im Bereich der Terrassentür Bewegungsmelder anzubringen sowie Hecken, Sträucher und Büsche so weit zurückzuschneiden, so dass dieser Bereich für Nachbarn einsehbar ist.

Von innen sollten Türen und Fenster unbedingt mit speziellen Schlössern sowie Umlaufsicherungen versehen werden (siehe Info-Kasten), um Tätern das Leben so schwer wie möglich zu machen. Mangelmann: "Untersuchungen haben gezeigt, dass Einbrecher nach fünf Minuten aufgeben, wenn es ihnen nicht gelingt, in das Gebäude zu gelangen."