Pinneberg
Elmshorn

Hertie-Gebäude ist bald verkauft

Foto: Arne Kolarczyk

Eigentümer ist sich mit zwei Interessenten einig. "Kaufstadt" schließt, Mittwoch eröffnet ein Sonderpostenmarkt

Elmshorn. Der Verkauf des Elmshorner Hertie-Gebäudes steht offenbar bevor. "Wenn alles klappt, könnte Ende November der Notartermin erfolgen", bestätigt Christoph Meyer von der BNP Paribas Real Estate, der die Immobilie vermarktet. Nach seinen Angaben hat sich der Eigentümer der Immobilie, die Dawnay-Day-Gruppe als einstiger Hertie-Betreiber, mit zwei Interessenten grundsätzlich geeinigt. Wer zum Zuge kommt, entscheide sich bei der Ausarbeitung der Vertragsdetails.

"Kaufstadt" hat sich nicht rentiert, die "Preis-Oase" eröffnet am Mittwoch

Der insolvente Warenhauskonzern Hertie hatte Mitte August vorigen Jahres die Elmshorner Filiale geschlossen. Seitdem stand das Gebäude am Alten Markt, das eine Magnetfunktion für die Innenstadt erfüllt, größtenteils leer. Zwischen April und Juni veranstaltete der Rewe-Konzern im Erdgeschoss mehrere Sonderverkäufe von Penny-Restposten. Seit Mitte September herrscht allerdings im Erdgeschoss wieder Leben. "Kaufstadt" heißt das Geschäftsmodell des Unternehmers Thies Algner, der mit dem Namen an alte Karstadt-Zeiten anknüpft. "Das hat sich nicht rentiert. Die Elmshorner haben mehr geguckt als gekauft", sagt Algner. Der Hamburger, der im Internet damit wirbt, Waren aller Art anzukaufen, gibt jedoch den Standort nicht auf. "Wir ändern das Konzept", sagt er.

Konkret heißt das: "Kaufstadt" hat am Sonnabend den letzten Öffnungstag. Montag und Dienstag ist geschlossen, am Mittwoch wird unter dem Namen "Preis-Oase" wieder eröffnet. Algner, der bereits in Hamburg vier Märkte unter diesem Namen betreibt und im November ins ehemalige Hertie-Haus in Stade zieht, spricht von einem klassischen Sonderpostenmarkt. Er wird sechs Tage die Woche ab 9 Uhr geöffnet haben, auch einige ehemalige Hertie-Kräfte arbeiten dort. "Es wird deutlich günstiger", sagt Algner zu.

Im Rathaus der Stadt wird dieses "Billig-Konzept" argwöhnisch verfolgt. Zwar überwiegt die Freude, dass im Hertie-Haus wieder etwas Leben herrscht und auch das Parkhaus - und sogar kostenlos! - genutzt werden kann. Allerdings, daraus macht der städtische Wirtschaftsförderer Thomas Becken keinen Hehl, bringen "Kaufstadt" oder nun die "Preis-Oase" die Innenstadt nicht nach vorne. "Wir brauchen etwas mit Strahlkraft", sagt Becken. Er hofft nun auf einen schnellen Besitzerwechsel des Gebäudes. "Ich bin da vorsichtig optimistisch."

Die Veräußerung der Immobilie war bisher an der unrealistisch hohen Kaufpreisforderung von Dawnay Day gescheitert. Nun aber soll sich der britische Konzern bewegt und seine Vorstellung deutlich reduziert haben. Die beiden Interessenten, die mit Dawnay Day grundsätzlich einig sind, werden einen einstelligen Millionenbeitrag zahlen müssen. Beide Firmen stammen aus Norddeutschland - und beide wollen das Warenhaus umbauen, um dort mehrere Geschäfte unterzubringen. "Einer der Interessenten hat sich bei uns vorgestellt, wir arbeiten vertrauensvoll zusammen", bestätigt Wirtschaftsförderer Becken. Geplant sei, dort unter anderem ein großes Textilunternehmen anzusiedeln, das die Kundenfrequenz in der Innenstadt erhöhen würde.

Jetzt werden die Kaufverträge Wort für Wort ausgehandelt

Auch die Buxtehuder AVW-Gruppe, die in Pinneberg die Rathauspassage erbaut hat, und die Elmshorner Eggert-Gruppe hatten sich für das einstige Warenhaus interessiert. Sie sind jedoch inzwischen aus dem Rennen, wie Vermittler Meyer bestätigt. "Mit den beiden Interessenten, mit denen wir Einigkeit erzielt haben, werden jetzt Wort für Wort die Kaufverträge ausgehandelt. Da beschäftigen sich Juristen mit." Er hoffe, dass Ende November der Vertrag mit dem Käufer, der letztlich ausgewählt werde, notariell beglaubigt werden könne. Dann könnte das Gebäude noch in diesem Jahr den Besitzer wechseln.

"Der neue Eigentümer muss entscheiden, wie er mit unserem Mietvertrag umgeht", sagt Thies Algner. Der Sonderpostenhändler hofft, noch einige Zeit bei Hertie bleiben zu können.