Pinneberg
Tornesch

Das lange Warten auf den Wendehammer

Foto: Manfred Augener

Lärmgeplagte Anwohner im Tornescher Lindenweg werden seit 35 Jahren vertröstet

Tornesch. Ein bitteres "Jubiläum" ist es, das die Anwohner des Lindenweges in Tornesch dieser Tage feiern: "35 Jahre leere Versprechungen - Wendehammer im Lindenweg" steht auf einem großen Transparent, das die lärmgebeutelten Anwohner für eine gemeinsame Aktion im Lindenweg aufgestellt hatten. Außerdem wurden rund 50 weitere Transparente in den Vorgärten sowie an den Häusern der Anlieger angebracht.

Nicht nur, dass der Lindenweg "Zubringer" für die Beschäftigten im nahen Industriegebiet ist, auch Lastwagen fahren trotz Verbotes immer noch durch den Lindenweg - und es droht eine weitere Zunahme des Verkehrs. Der Lindenweg war bis Mitte der 70er-Jahre eine der schönsten Wohnstraßen des Ortes, erzählt Jens Kampe, der Sprecher der Anlieger. Doch damit war es seit 1975 mit der Erschließung des Industriegebietes Ost vorbei. Seitdem sei den Anwohnern die Abkoppelung des Wohngebietes vom Industriegebiet durch einen Wendehammer bis in die heutige Zeit hinein mündlich versprochen worden. Auch ein seinerzeitiger B-Plan hatte den Wendehammer zum Inhalt, jedoch habe dieser wohl "aus politischen Winkelzügen heraus nie Rechtskraft erlangt".

Seit Jahren sei die Verkehrssituation in der ausgewiesenen Anliegerstrasse unerträglich, "Hunderte von Pkw und Lkw quälen sich täglich durch den Lindenweg", sagt Kampe. Neben dem Zubringerverkehr zum Industriegebiet und diversem Durchgangsverkehr zu Kindergarten, Bauhof und Lebensmitteldiscountern werde die Belastung durch neu ausgewiesene Baugebiete, Sportanlagen und die kürzlich erfolgte Ansiedlung einer Großbäckerei mit Auslieferservice kurzfristig weiter stark zunehmen. Kampe: "Schon heute bilden sich zu Stoßzeiten regelmäßig Autoschlangen."

Mit der Anbringung von fast 50 Transparenten weisen die engagierten Anlieger jetzt auf den immer noch ausstehenden Bau des Wendehammers hin und mahnen die zahlreichen Raser auf die Einhaltung von 30 Stundenkilometer "und die widerrechtlich einfahrende Lkw auf das derzeit noch einseitige Lkw-Verbot hin", so Kampe.

Übrigens sei den Anliegern von der Stadtverwaltung Tornesch, also durch Bürgermeister Roland Krügel, selbst die schonende Anbringung der Transparente an den Linden mit dem Hinweis verboten worden, dass diese die Linden beschädigen könnten. Kampe: "Welch' willkürliche und letztendlich demokratiefeindliche Entscheidung vor dem Hintergrund, dass man genau diesen Linden auf der anderen Seite die Abgase von tausenden von Fahrzeugen pro Woche zumutet."