Pinneberg
Bildung

Wo Kinder das Leben studieren

Foto: Volkmar Höckendorff / Volkmar Höckendorff/VolkmarHoeckendorff@t-online.de]

Pinneberger Freiwilligen Forum lädt in die Akademie für Jungen und Mädchen von acht bis zwölf Jahren ein

Pinneberg. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Diese Binsenweisheit ist zwar falsch, aber es ist gut, sich früh zu bilden. Damit das alle Kinder tun können, egal ob die Eltern arm oder reich sind, hat das Pinneberger Freiwilligen Forum vor sechs Jahren das Projekt Kinderakademie gegründet. Jetzt laufen die Vorbereitungen für die nächste Bildungsreihe, in der Professoren und andere Gelehrte den Kindern die Welt erklären.

Die Vorlesungsreihe beginnt am Mittwoch, 3. November, mit einem ernsten Thema: Cord Jakobeit, Professor an der Hamburger Uni und Vater von zwei Söhnen in Pinneberg, gibt Antworten auf die Frage "Warum gibt es Kriege?" "So ein Vortrag spielt sich anders ab als an der Uni", sagt der Professor. Es gebe viele Fragen aus dem Publikum, auf die er intensiv eingehe.

Die Frage "Wieso haben Ameisen eine Königin?" beantwortet Henry Thiemann, Dozent für Zoologie am Fachbereich Biologie der Uni eine Woche später. Am 17. November verrät Professor Gerhard Schmiedl, ob es heute noch Dinosaurier gibt und welche Spuren sie hinterlassen haben. Die Vorlesungsreihe endet am 24. November. Dann erklärt die Meteorologin Lina Reinberg, wie der Wetterfrosch den Wetterbericht macht. Alle Veranstaltungen beginnen um 15.30 Uhr in der Hochschule Akad am Rathaus.

"Die vier Veranstaltungen sind nur insgesamt zu belegen", sagt Edeltraud Bergmann, die das Projekt Kinderakademie mit ihren Mitstreitern im Freiwilligen Forum betreut. Und es gibt noch mehr Voraussetzungen, die von den jüngsten Studierenden aus Stadt und Umland erfüllt werde: Jeder muss sich selbst anmelden. "Das stärkt die Eigenständigkeit", meint die Forums-Sprecherin.

Auf ihren eigenen Weg sind die Pinneberger Freiwilligen stolz. "Wir heißen nicht Kinderuni wie alle anderen. Wir heißen Kinderakademie", sagt Edeltraud Bergmann. Der Hörsaal in der Privathochschule biete einen enormen Vorteil: Die Kinder haben direkten Kontakt mit den Dozenten, können jederzeit nachfragen, wenn sie wollen. "An den großen Universitäten wie in Hamburg sitzen Hunderte von Kindern in riesigen Hörsälen." In der Pinneberger Kinderakademie ist die Teilnehmerzahl auf 100 Jungen und Mädchen begrenzt. Deshalb laufen die Vorlesungen stets sehr persönlich, sehr intensiv und effektiv. Edeltraud Bergmann: "Wir bieten Wissenschaft zum Anfassen."

Die Teilnahme kostet nur vier Euro. Damit das Zuhören so günstig bleibt, sponsert die Sparkasse die Veranstaltungsreihe. In den vergangenen Jahren soll es Väter und Mütter gegeben haben, die während der Vorlesung an der Tür gelauscht haben, oder sich gar ins Seminar schleichen wollten. Doch da sind die Organisatoren streng: Begleitpersonen können an den Vorlesungen nicht teilnehmen. Alle Plätze sind für die Kinderstudenten vorgesehen. Flyer und Infozettel zur sechsten Kinderakademie liegen in öffentlichen Gebäuden und auch in Pinnebergs Schulen aus.

Anmeldung im Büro des Freiwilligen Forums, Telefon 04101/292 16, Bismarckstraße 10a, in der Woche 4. bis 7. Oktober, täglich von 15 bis 17 Uhr.