Pinneberg
Pistenparcours

Rellingen baut Paradies für Skateboarder

Spezialisten entwarfen die Anlage nach den Wünschen der Jugendlichen

Rellingen. Um diesen Pistenparcours werden Rellingens Jugendliche zu beneiden sein! Auf der Bolzplatzwiese zwischen der Sporthalle und dem Kindergarten, nur wenige Meter vom Jugendtreff OASE und der Caspar-Voght-Schule entfernt, entsteht für 60 000 Euro ein Skateboard-Park, dessen Ausstattung jedem Rollbrettfahrer vor Freude ein Kribbeln in den Fußsohlen verursachen dürfte.

Denn mit ein paar Standard-Halfpipes aus dem Regal mancher Spielplatz-Ausstatter ist es in Rellingen nicht getan. Das Jugendpflegeteam um Jörn Folster und die beteiligten Gremien der Gemeinde holten sich für die Planung und Gestaltung der Skateboard-Anlage Profis ins Rathaus. Die Firma Anker Skateboardrampen aus Heikendorf bei Kiel hat sich darauf spezialisiert, ihren Auftraggebern individuelle Lösungen zu präsentieren. "Bei uns ist keine Skateboardbahn wie die andere", sagt Inhaber Hannes Nockel, der mit bis zu zehn Mitarbeitern dabei ist, in der Rekordzeit von sieben Wochen das Rellinger Rollbrett-Paradies zu realisieren.

Die Handwerker wie Tischler, Betonbauer und Maurer wissen aus der eigenen Praxis, wie wichtig Qualität und Material für einen Skateboard-Park sind. "Wir sind alle selbst Skateboarder und haben jahrelange Erfahrung in der Szene gesammelt", sagt Nockel, der bei der Planung zudem auf erfahrene Architekten zurückgreifen kann.

Am 27. August wird die Anlage mit einem Showprogramm eingeweiht

Ganz wichtig war im Falle Rellingens die Beteiligung der künftigen Benutzer. Denn ein erster Versuch mit einer kleinen Skateboard-Anlage war vor einigen Jahren zum Flop geworden, weil die Jugendlichen den Standort und die Ausrüstung nicht attraktiv genug fanden.

Diesmal wird alles besser. In Workshops wurden die Wünsche der junge Skateboarder erkundet und deren Vorstellungen soweit wie möglich in die Gestaltung einbezogen. So ist im Rellinger Skateboard-Park keine Halfpipe vorgesehen. Dafür gibt es aber bis zu 30 Meter lange Rampen mit Auffahrschrägen. Für den besonderen Groove stehen Rails zur Verfügung. Das sind Geländer, auf denen die Skateboarder entlang gleiten können. Auch Treppenstufen für die beliebten Sprünge sind neben weiteren Banks, Ledges und Quarterpipes im Entstehen. Das alles passiert auf perfekt geglättetem Beton, umgeben von einer Landschaft, die später noch mit einer Sitzecke ergänzt werden soll. Besonders stolz sind Nockel und Co. auf einen Kasten, der dem in Skateboarder-Kreisen bekannten "Pier 7" aus San Francisco nachempfunden wurde.

Die Lage abseits der Wohnbebauung macht es möglich, ohne Störungen zu verursachen, auch bis in die Abendstunden die Anlage zu benutzen. "Das kann im Sommer schon mal bis 22 Uhr gehen", sagt Folster. Beleuchtung ist allerdings nicht vorgesehen. Dass der Park nicht angenommen wird, schließt der Jugendpfleger aus: "Alle waren mit dem Standort einverstanden." Demnach dürfte es bald auch mit dem Herumbrettern auf dem für Skateboarder eigentlich gesperrten Arkadenhof vorbei sein.

Bis Mittwoch, 27. August, soll der Skateboard-Park fertig sein. "Dann beginnt um 17 Uhr eine Eröffnungsfeier mit einem tollen Showprogramm", verspricht Jörn Folster.