Pinneberg
Auslandsvisite

Schröder besucht Trainingscamp in Afghanistan

Foto: Ole Schröder/Pressebüro

Auch zwei Polizisten aus dem Kreis Pinneberg schulen junge Kollegen als Ausbilder

Kreis Pinneberg. Zwei Polizisten, die im Kreis Pinneberg wohnen, bilden in Afghanistan Polizeischüler aus. Beide erhielten im Deutschen Polizeitrainingscamps in Mazar e Sharif Besuch von einem Dritten aus dem Kreis Pinneberg - dem Bundestagsabgeordneten und parlamentarischen Staatssekretär Ole Schröder. Er informierte sich über den Polizeiaufbau in Afghanistan, wo Deutschland sich mit 230 Polizeibeamten engagiert. Zwei von ihnen sind Polizeihauptmeister Michael Rang, der sonst in der Wache Schenefeld Dienst tut, und Polizeioberrat Frank Hansen. Letzterer wohnt in der Haseldorfer Marsch und steht in Diensten der Hamburger Polizei.

Rang ist seit März dieses Jahres für zwölf Monate in Mazar e Sharif. Er ist am FDD Programm (Focused District Development) beteiligt, ein Mentoren-Programm, in dem Deutsche Polizeibeamte afghanische Polizeistationen betreuen und damit auch das Camp verlassen, um deren Dienststelle und sogar Streifengänge zu begleiten. Hansen ist seit Juni für ein Jahr verantwortlich für die Europäischen Polizeimission EUPOL, wo afghanische Polizeibeamten dazu befähigt werden sollen, selbst auszubilden.

Das Leben findet innerhalb der gesicherten Bereiche, der sogenannten. Compounds, statt, die nur aus dienstlich notwendigen Anlässen und dann auch nur in besonders geschützten Fahrzeugen, in entsprechender Ausrüstung und Sicherung der Bundeswehr, verlassen werden.

Die afghanischen Polizeikräfte, die in den jeweiligen deutschen Trainingscentern aus- und fortgebildet werden, sind hoch motiviert und erkennen ihre deutschen Trainer in hohem Maße an.

Bei afghanischem Kebab mit Hammelfleisch kommen die Pinneberger schnell ins Gespräch und halten nicht nur Klönsnack, sondern tauschen sich auch über die schwierigen Bedingungen der Mission aus. "Ich freue mich über die Bereitschaft, sich dieser schwierigen Aufgabe im Krisengebiet zu stellen. Sie müssen auf vieles, was zu Hause selbstverständlich ist, verzichten und sind von ihren Familien getrennt", sagt Ole Schröder. Dabei würden sie ein erheblich höheres Risiko eingehen als im Dienst zu Hause. Die Aufgabe erfordere nicht nur polizeiliche Erfahrung, körperliche Fitness und Können, sondern vor allem auch kulturelles Einfühlungsvermögen, um das Vertrauen der Afghanen zu gewinnen. Ole Schröder: "Ohne den Aufbau einer funktionierenden Polizei werden wir unser Ziel, das Land 2014 in die Eigenverantwortung der Afghanen zu übergaben, nicht erreichen. Dem besonderen Einsatz der Beiden gebührt hohe Anerkennung."