Pinneberg
Uetersen

"Schrumpfkur" für den Schornstein der Papierfabrik

Foto: Manfred Augener

Vor wenigen Wochen noch hatte er noch ein Gardemaß von 75 Metern - nach der "Schrumpfkur" misst er nur noch 51 Meter.

Uetersen. Der aus Ziegelsteinen gemauerte Schornstein der Uetersener Papierfabrik Stora Enso, bis dato eines der höchsten Bauwerke der Rosenstadt, wird derzeit von Arbeitern in luftiger Höhe zurückgebaut. Das abgebrochene Steinmaterial wird dabei per Kran nach unten transportiert. Zum einen erfolge der Rückbau aus statischen Gründen, so der technische Leiter Werner Neitzel, zum anderen zwecks Reduzierung von Wartung und Reparaturen.

Die ursprüngliche Höhe des bislang weithin sichtbaren Kamins wird nicht mehr benötigt, schon vor Jahren hatte Stora die Energiegewinnung von einst Kohle und später Schweröl auf Erdgas umgestellt. Die Rückbauarbeiten finden übrigens bei laufendem Betrieb statt, sagte Neitzel, eine spezielle Abdeckhaube sorgt dafür, dass die Arbeiter in über 50 Metern Höhe nicht von Abgasen gestört werden.

Zum Ende des Jahres bekommt der "neue" Schornstein der Stora laut Neitzel eine sogenannte Kopfplatte, für diese Arbeiten muss dann auch kurzfristig der Betrieb eingestellt werden. Wie der technische Leiter sagte, werden sich die Rückbauarbeiten am Schornstein schon bald bezahlt machen, da erhebliche Wartungskosten eingespart werden können.

Der finnisch-schwedische Konzern Stora Enso, der sich in seinem Uetersener Werk auf die Produktion von Bilderdruckpapieren und nassfester Etikettenpapiere spezialisiert hat, ist einer der größten Industriebetriebe in Schleswig-Holstein. Das Werk wurde 1904 gegründet.1989 wurde die Feldmühle AG, ein deutscher Papier- und Kartonhersteller, von der Stora-Gruppe übernommen.

In Uetersen arbeiten derzeit etwa 450 Mitarbeiter. Das Rohmaterial Zellstoff wird zwei bis drei Mal die Woche mit dem Schiff über die Pinnau angeliefert, die fertige Ware per Lkw weitertransportiert.