Pinneberg
Neuer Betreiber

DRK übernimmt die Heister Kindertagesstätte

Foto: Jörg Frenzel

Mehr Planungssicherheit für die Eltern. Das Personal wird vom neuen Träger komplett übernommen

Heist. Die stark erweiterten gesetzlichen Vorgaben und gestiegene Ansprüche an die Kinderbetreuung haben in Heist zu einer Zeitenwende geführt: Nach mehr als 20 Jahren hat der Elternverein die Trägerschaft für die Kindertagesstätte am Birkenhorstweg an den Kreisverband des DRK abgegeben. "Die Führung der Einrichtung rein mit ehrenamtlichen Kräften war nicht mehr leistbar und zu verantworten", sagte Matthias Kiefer, Vorsitzender des Elternvereins.

Was vor zwei Jahrzehnten mit engagierten Eltern und einer Kindergruppe erfolgreich begann, entwickelte sich zu einer Einrichtung, in der 70 Kinder von zehn angestellten Erzieherinnen und Erziehern betreut werden. Zwar sind sie für den pädagogischen Teil zuständig, doch die Aufsicht und die Zuständigkeit fürs finanzielle Funktionieren oblag dem Verein.

Insbesondere in den vergangenen fünf bis zehn Jahren haben sich Rahmenbedingungen für den Betrieb von Kindertagesstätten verschärft. Außerdem haben praktische Erwägungen eine Rolle gespielt. "Bei Personalausfällen standen wir immer allein da und wenn es ums Catering geht, hatten wir mit einer Nachfrage von nur rund 30 Mahlzeiten pro Tag gegenüber Anbietern keine besonders starke Position", sagte Kiefer. Nach dem Vorbild der Nachbargemeinde Moorrege, die ihren Kindergarten ebenfalls ans DRK abgegeben hatte, nahmen auch die Eltern aus Heist Kontakt mit dem Wohlfahrtsverband auf, der mittlerweile 13 Kitas im Kreisgebiet betreibt.

Es sind immer genügend Erzieher da, die sich um die Kinder kümmern

Das DRK überzeugte. "Die pädagogische Arbeit orientiert sich an den Bildungsleitlinien des Landes, es gibt eine externe Fachberatung und eine effiziente zentrale Verwaltung", sagte Reinhold Kinle, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes. Nicht allein, dass die Kinder in den DRK-Einrichtungen, nach "situationsorientiertem Ansatz" betreut werden und im Projekt "Teddy braucht Hilfe" spielerisch an Erste Hilfe und Unfallverhütung herangeführt werden sollen, auch die Eltern erhalten Planungssicherheit, weil sie darauf vertrauen dürfen, dass auch bei Grippe-Epidemien immer genügend Erzieher da sind, die sich um die lieben Kleinen kümmern. Das Personal wird vom neuen Träger komplett übernommen.

Auch die Gemeinde Heist, die jährlich 138 000 Euro zuschießt, sieht die Entwicklung positiv. "Wir freuen uns, dass ein guter Träger gefunden wurde", sagte Bürgermeister Jürgen Neumann bei der offiziellen Schlüsselübergabe.

Insgesamt wurden im Kreis Pinneberg nach Angaben der Kindertagesstättenaufsicht der Kreisverwaltung mit Stichtag zum Ende vorigen Jahres 1756 Krippenplätze für Kinder bis drei Jahren angeboten, davon 1036 bei Tagesmüttern. Hinzu kamen Plätze für fast 8700 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Rund 160 Kindertagesstätten werden von Kommunen, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden, privaten Anbietern und Vereinen aber auch von Unternehmen getragen. "Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen ist regional sehr unterschiedlich, so ist beispielsweise die Nachfrage nach Ganztagsplätzen für jede Altersgruppe in Städten größer als in den ländlichen Regionen. Hier werden längere Betreuungsbedarfe häufig über Tagespflegestellen oder einen Kostenausgleich zwischen den Kommunen geregelt, das heißt: ein Kind einer Gemeinde nimmt in einer anderen Gemeinde einen Platz in Anspruch", sagte Birgit Gisdepski, Mitarbeiterin der Kindertagesstättenaufsicht.

Der Kreis bezahlt für die Kinderbetreuung viel Geld

Der Kreis lässt sich die Kinderbetreuung Einiges kosten. Im laufenden Jahre wurden Förderanträge für Ersatz und Bau von 830 Plätzen gestellt - fünf Kitas wurden völlig neu erstellt, andere erweitert oder umgebaut. 2,24 Millionen Euro werden dafür eingesetzt, und fürs kommende Jahr sollen es nochmals 860 000 Euro werden. Außer den Investitionskostenzuschüssen gibt der Kreis Geld zur Co-Finanzierung der Betriebskosten sowie zur Sozialstaffel von bedürftigen Eltern. Das summiert sich noch einmal auf 6,7 Millionen Euro jährlich.