Pinneberg

Amtsausschuss startet die Planung der Behörden-Fusion

Verträge für Verwaltungsgemeinschaft sollen bis 2012 vorliegen

Kummerfeld/Rellingen. Die Tage einer eigenständigen Verwaltung im Amt Pinnau sind gezählt. Mit großer Mehrheit gab der Amtsausschuss, dem die sieben Gemeinden Ellerbek, Bönningstedt, Hasloh, Kummerfeld, Prisdorf, Tangstedt und Borstel-Hohenraden angehören, grünes Licht, eine "Verwaltungsgemeinschaft" mit der Gemeinde Rellingen zu prüfen. Auch ein genauer Zeitplan wurde festgelegt. Bis Ende 2012, vor der nächsten Kommunalwahl 2013, "sollen die vertraglichen Grundlagen" dieser möglichen Fusion "abgeschlossen sein".

Dies ist bereits der zweite Grundsatzbeschluss des Amtsausschusses innerhalb von drei Monaten. Erst vor einer Woche hat der Gemeinderat in Rellingen einen fast gleichlautenden Beschluss gefasst. Sogar die Vertreter aus Bönningstedt, die im vorigen Jahr mit ihrer Ankündigung, aus Unzufriedenheit mit der Verwaltungsleitung aus dem Amt Pinnau ausscheiden zu wollen, den Stein ins Rollen gebracht hatten, stimmten nicht dagegen. Zwar verhandele Bönningstedt noch mit anderen Kommunen, sagte Bürgermeister Peter Liske (FWB). "Wir wissen noch nicht, wo die Reise hingeht. Aber ich halte Rellingen für einen attraktiven Partner." Dies sei allerdings noch "kein Blanko-Scheck" für eine Fusion der Verwaltungen, betonte Haslohs Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD). "Es kommt darauf an, was am Ende auf dem Tisch liegt." Damit ist die Erwartung gemeint, dass die Verwaltungsarbeit besser und kostengünstiger werden soll, was offenbar mit der Fusion des Amtes Bönningstedt mit dem von Pinneberg-Land vor drei Jahren nicht erreicht werden konnte.

Einzig die beiden CDU-Vertreter aus Ellerbek stimmten gegen diesen Fahrplan. Parteichefin Marna Michel sagte: "Mir geht es zu schnell, und es ist zu viel auf einmal." Der Zeitdruck sei unnötig. "Warum machen wir es nicht schrittweise? Ich habe Sorge, dass einzelne Kommunen untergehen können."

Doch damit stand sie ziemlich allein da an diesem Abend. Sie war offenbar auch nicht bei jenem Workshop Ende März dabei, bei dem die Euphorie einer "uneingeschränkten Zusammenarbeit in allen Verwaltungsbereichen" alle Teilnehmer ergriffen habe, wie Amtsvorsteher Wilfried Hans (CDU) die Ereignisse der Arbeitsgruppe zusammenfasste.