Pinneberg

Leserbriefe

Unzumutbarer Zustand

"Pinneberg will mit Westumgehung den Stau in der City vermeiden", PZ vom 22. März

Die Reaktion der fanatischen Gegner der Westumgehung war ja zu erwarten: Es wird mal wieder eine Verhinderungsklage angestrengt, für Mecklenburg ein einträgliches Geschäft geworden.

Wenn argumentiert wird, dass die Planung aus den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts stammt: Seit dieser Zeit ist dieser Straßenbau durch Dauerklagen massiv behindert worden.

Die LSE ist zur Zeit eine Stoppstraße, in der täglich Blechlawinen hineinrollen, um weitergehend sich durch Pinneberg zu quälen.

Nicht nur durch Pinneberg, die schmale Ortsdurchfahrt Halstenbek ist ebenso der täglichen Blechlawine ausgesetzt und muss als Zubringer für Hamburg-West zur A 23 herhalten. Der Containerverkehr mit den gelben Kennzeichen, die in Quickborn von der A 7 abfahren, wenn sich lange Schlangen vor dem Elbtunnel gebildet haben, fahren über Schleichwege und durch Halstenbek, über die Einfallstraßen nach Hamburg, um näher an den Elbtunnel seitlich heranzukommen. Dies alles nur wenige Meter von den Wohnhäusern sowie von einem Altenheim entfernt.

Es ist erstaunlich, dass dieser unzumutbare Zustand noch nie öffentlich diskutiert wurde. Die Gerichte sollten dies auch einmal berücksichtigen und diesen sogenannten "Naturschützern" vor Augen halten.

Jürgen Heinsius, Halstenbek

Beachtlicher Beitrag

"Die Aufgabe der Menschen: Die Erhaltung des Planeten", Pinneberger Zeitung vom 8. März

Sie haben in "Ansichtssache" einen Essay der Gymnasiastin Rosalie Weigand aus Uetersen veröffentlicht. Eine erstaunliche und sehr lesenswerte Abhandlung eines erst 18 Jahre jungen Menschen. Sicher sind die von ihr angesprochenen Problemfelder vorher in der Klassengemeinschaft diskutiert und durchgearbeitet worden. Aber wie Rosalie Weigand diese Felder bewertet und zusammenführt und in einen Appell an uns alle - für die Erhaltung unseres Planeten zu sorgen - einmünden lässt, das war schon beachtlich. Es wäre schön, wenn Sie weitere junge Menschen dafür gewinnen könnten, sich Gedanken zu machen über uns alle bewegende Probleme. Ich stelle immer wieder fest, dass von der Jugend sehr oft die gescheiteren Stellungnahmen kommen.

Günter Bruns, per E-Mail

Vor den Kopf gestoßen

"Deutlich weniger Fluglärm über Quickborn und Hasloh", PZ vom 4. März

Für den 1. Februar war das Spitzengespräch zwischen Kiel und Hamburg angesetzt, um über die Reduzierung des Fluglärms zu verhandeln. Auf meine Anfrage als Vorsitzender der Quickborner WIR-Fraktion am 3. Februar, was aus dem Gespräch geworden ist und wer daran teilgenommen hat, teilte Bürgermeister Thomas Köppl lediglich mit, dass das Gespräch ausgefallen ist.

Auch auf erneute Nachfrage nach Details Mitte Februar verweigerte der Bürgermeister eine Antwort und teilte lediglich mit, dass "unverzüglich ein neuer Termin vereinbart wurde". Ein neuer Termin für das Spitzengespräch?

Ein nicht zu akzeptierender Vorgang, ist doch der Bürgermeister der Politik gegenüber zur Berichterstattung verpflichtet. Nicht umsonst hat der Gesetzgeber formuliert, dass Ehren- und Hauptamt verantwortungsbewusst zusammenarbeiten.

Gegenüber der IG Flugschneise Nord ist der Bürgermeister allerdings gesprächsfreudiger als gegenüber der Politik.

Herrn von Lany wurde mitgeteilt, dass er, Köppl, am 22. März ein Gespräch in Kiel führen werde, um die neuen Verantwortlichen ins Thema einzuweisen. Immerhin: Wurde Radowitz noch mitgeteilt, dass ein neuer Termin für das Spitzengespräch vereinbart sei, ist es jetzt nur noch ein Informationsgespräch in Kiel. Eine solche Auskunft hat auch eine Tageszeitung auf Nachfrage im zuständigen Ministerium in Kiel erhalten.

Erstmals zogen mit der Aufstellung des Forderungskataloges alle fünf betroffenen Gemeinden an einem Strang. Doch auch diese Gemeinsamkeit setzt Köppl aufs Spiel. Denn weder der Termin 1. Februar noch der 22. März waren den anderen Gemeinden wie Norderstedt, Henstedt-Ulzburg und Hasloh nach meinen Recherchen bekannt. Sie fielen aus allen Wolken.

In einer Tageszeitung ließ der Bürgermeister sich zitieren: "Das Thema Fluglärm ist in Quickborn eine Sache des Bürgermeisters." Es bereitet mir große Sorgen, wie diese Vorgänge zeigen. In der Vergangenheit habe ich den Bürgermeister weniger als Motor, mehr als Bremser erlebt. Politik, der zuständige Ausschuss, das Mitglied in der Fluglärmschutzkommission, die anderen Kommunen - sie alle werden vor den Kopf gestoßen.

Jürgen Radowitz, Vorsitzender Wir-Fraktion

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten.

An die Pinneberger Zeitung , Lindenstraße 30, 25421 Pinneberg, E-Mail: pz@abendblatt.de