Pinneberg
Modellversuch in Barmstedt

Wahlfreiheit: In acht oder neun Jahren zum Abitur

Große Freude bei den Eltern und dem Schulleiter: Das Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium, das als erste und bislang einzige Oberschule in Schleswig-Holstein den Weg zum Abitur parallel in acht und neuen Jahren anbietet, kann seinen 2001 begonnen Modellversuch fortsetzen.

Barmstedt. Wie berichtet hat das Bildungsministerium in Kiel jetzt positiv über einen Antrag der Barmstedter Schule entschieden.

Schon vom kommenden Schuljahr an soll damit wieder das altbewährte G 9 ermöglicht werden.

"Das werden sehr viele Eltern nutzen", glaubt Antje Wulff-Christians von der G8/G9-AG im Schulelternbeirat. Diese hatte sich im November nach der Landtagswahl gegründet, in der Hoffnung, dass auch an den Gymnasien wieder Wahlmöglichkeit herrsche. "Und es hat geklappt. Toll", freut sich Wulff-Christians und dankt den beiden Landtagsabgeordneten Peter Lehnert und Günther Hildebrand, die sie angeschrieben hätte. Bedauerlich sei nur, dass ihr Sohn Tom davon nicht profitieren könne. "Er wiederholt zurzeit die fünfte Klasse. Das Tempo war doch zu hoch."

Diese Ausnahmegenehmigung könnten aber nur die zehn Gymnasien in Schleswig-Holstein erhalten, die sich an dem Modellversuch beteiligt hatten, erläutert Ministeriumssprecher Thomas Schunck auf Nachfrage. Im Kreis Pinneberg sind dies neben dem Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium in Barmstedt noch die beiden Gymnasien Elsensee und Dietrich-Bonhoeffer in Quickborn. "Barmstedt ist aber die erste und bislang einzige, die dies beantragt hat und der wir das genehmigt haben."

Erst mit der geplanten Änderung des Schulgesetzes soll es ab 2011/12 den Gymnasien freigestellt werden, ob sie den acht- oder den neunjährigen Weg zum Abitur anbieten oder - wie jetzt wieder in Barmstedt - beides.

Auch Schulleiter Wolf-Rüdiger Salbrecht freut sich über diese positive Entscheidung aus Kiel, die nun für reichlich Gesprächsstoff bei den Eltern-Informationsabenden Mitte Februar sorgen dürfte. Salbrecht rechnet damit, dass die Anmeldezahlen für das nächste Schuljahr wieder von 90 auf 110 ansteigen werden. Denn es sei ausdrücklicher Wunsch vieler Eltern gewesen, wieder einen Zweig G 9 anzubieten. Im Januar hatte die Schulkonferenz einstimmig beschlossen, diesen Antrag in Kiel zu stellen.

Ob nun eine oder zwei der voraussichtlich vier neuen fünften Klassen G 9 machen, bleibt abzuwarten. "Aber wir werden es wohl nicht komplett dem Elternwunsch überlassen können. Denn G 8 ist ja jetzt der Normalfall."

Gerade für seine vielen Fahrschüler aus dem Umland bedeute die neue Regelung eine erhebliche Entlastung, glaubt Salbrecht. Bei G 8 hätten schon heute viele Sechstklässler 33 Stunden Unterricht pro Woche zuzüglich Nachmittags-AGs. "Da sind manche Kinder erst um 17 Uhr zu Hause und müssen dann noch Schularbeiten machen."