Pinneberg
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S-Bahn-Zugänge bekommen Fahrstühle

Neben den Liften sind Blinden-Leitsysteme und weitere Verbesserungen an den Stationen Thesdorf und Halstenbek geplant.

Halstenbek/Pinneberg. Drei Tage vor Heiligabend gab es einen doppelten Startschuss für den barrierefreien Ausbau der S-Bahn-Stationen Halstenbek und Thesdorf. Bis zum Sommer nächsten Jahres sollen beide Bahnhöfe der S-Bahn-Linie S 3 mit Fahrstühlen ausgestattet werden. Das seit Jahrzehnten von Behinderten und weiteren betroffenen Fahrgästen wie Eltern mit Kinderwagen und alten Menschen geforderte Bauvorhaben war mehrfach aus Kostengründen und wegen organisatorischer Pannen verschoben worden. Umso größer geriet der Auftrieb an Bahnverantwortlichen und Politikern, als gestern mit der Enthüllung von Bauschildern in Halstenbek und Pinneberg das Projekt offiziell begonnen wurde.

Für insgesamt rund 2,1 Millionen Euro werden nicht nur die Lifte eingebaut. Halstenbeks Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann und ihre Pinneberger Kollegin Kristin Alheit wiesen darauf hin, dass auch neue Treppenbauten, Blindenleitsysteme und weitere bauliche und optische Verbesserungen zum Gesamtpaket gehören. Halstenbek wird ergänzend das Kunstprojekt "Bahnhofserwachen" zur Verschönerung der Station beisteuern.

Christian Sörensen vom Kieler Verkehrsministerium betonte den landesweiten Blickwinkel: Mit Fertigstellung der Bahnhöfe Thesdorf und Halstenbek verfügten 50 Prozent aller Bahnstationen in Schleswig-Holstein über einen barrierefreien Zugang. Ute Plambeck, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG, sagte, die Barrierefreiheit sei für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste besonders wichtig. Doch auch für die weiteren Zugbenutzer, täglich 5000 Pendler von Thesdorf sowie 3500 Pendler von Halstenbek aus, seien attraktive Bahnhofszugänge ein Beitrag, um die Kunden im Hamburger Speckgürtel als Fahrgäste zu behalten.

Übereinstimmend lobten die Bürgermeisterinnen den unermüdlichen Einsatz des Landtagsabgeordneten Bernd Schröder (SPD) für den Einbau der Bahnsteigslifte. Hoß-Rickmann hob auch das Engagement von Helen Jones-Kerby (Aktion Barrierefrei) und Peter Esemann (DRK Halstenbek) hervor. Kristin Alheit war total glücklich, dass es nun mit dem Baustart doch noch geklappt habe. Die Bürgermeisterinnen hoffen, dass es anschließend barrierefreie Zugänge für die Stationen Pinneberg und Krupunder geben wird.

Angesichts des winterlichen Wetters gab es für die Teilnehmer der feierlichen Enthüllungsaktion heiße Getränke. Nachdem auf dem Halstenbeker Bahnsteig mit vereinten Kräften und Hilfe der Bundestagsabgeordneten Ole Schröder (CDU) und Ernst Dieter Rossmann (SPD) das erste Bauschild enthüllt worden war, ging es gemeinsam per S-Bahn weiter nach Thesdorf. Dort wurde dann das zweite Bauschild freigelegt. Immerhin war alles mehr als nur eine vorweihnachtliche Show: In Halstenbek rattern schon die Presslufthämmer, um den Liftbau vorzubereiten.