Pinneberg
Werkzeug-Hersteller Mohr bester Ausbildungsbetrieb

Wer hier lernt, der ist Spitzenklasse

Die Bönningstedter Firma hat eigens einen Meister für die Betreuung des Handwerker-Nachwuchses.

Bönningstedt. Der beste Ausbildungsbetrieb zwischen Elbe und Nord-Ostsee-Kanal befindet sich in Bönningstedt. Die Handwerkskammer Lübeck, die 5500 Betriebe betreut, zeichnete jetzt die Hans-Walter Mohr GmbH mit diesem Titel aus. Vorbildlich kümmere sich der Hersteller von Präzisions-Werkzeugen für die Industrie um die betriebliche Ausbildung, lobte Kammer-Präsident Horst Kruse den Inhaber Hans-Walter Mohr. "Sie machen alles richtig und haben den Preis verdient."

"Ausbildung hat schon immer einen hohen Stellenwert in unserem Betrieb", betonte der Firmenchef und verwies auf entsprechende Auszeichnungen der Bundesagentur für Arbeit im Jahre 2002 und von Bundespräsident Karl Carstens vor 25 Jahren. Vor allem die Erfolge der Auszubildenden hätten die Kammer überzeugt, erklärte Kruse. So hat der Werkzeugbau-Betrieb in den 63 Jahren seines Bestehen 16 Mal den Landessieger der besten Lehrlinge gestellt und fünfmal den Bundessieger. Fast jeder beendet seine eigentlich dreieinhalbjährige Ausbildung vorzeitig und ausschließlich mit guten bis sehr guten Noten, sagte Mohr. "Die Fluktuation ist praktisch gleich null. Wer hier anfängt, bleibt meist bis zum Rentenalter." 30 seiner 32 Gesellen und Meister haben im Bönningstedter Betrieb bereits gelernt.

Das Erfolgsrezept der Firma Mohr klingt einfach und überzeugend. So kümmert sich um die acht Lehrlinge ein eigener Ausbildungsmeister. Das war jahrzehntelang Werner Kopitzke und ist jetzt Stefan Luerssen, der im Jahr 2000 als Bester in Schleswig-Holstein seine Feinmechaniker-Lehre im Werkzeugbau beendete. Neben der Berufsschule gibt es einen eigenen theoretischen Unterricht im Betrieb, der für jeden Auszubildenden obligatorisch ist und bis zum Ende der Lehrzeit eine monatliche Klausur beinhaltet. "Das ist eine Ergänzung zur Berufsschule, in der die Auszubildenden gezielt auf unsere Anforderungen geschult werden."

Stück für Stück und anfangs nur im Probebetrieb lernen sie die Techniken des Sägens, Bohrens, Drehens und Fräsens von Metallen sowie die Funktionsweise der Maschinen kennen, die zumeist computergesteuert sind. "Wir achten auf Präzision und Qualität unserer Werkstücke", betont Mohr. "Da kommt es auf den Tausendstel Millimeter an. Wir haben eine 100-Prozent-Kontrolle. Alles, was dieser Vorgabe nicht entspricht, geht wieder zurück in die Fertigung - egal, ob es ein Lehrling oder ein Geselle gemacht hat."

Die Mühe lohnt sich. Nicht nur für den Betrieb, der rund 20 große und 50 kleinere Betriebe der Medizintechnik, Elektronik, Auto- und Verpackungsindustrie beliefert. "Wir zahlen deutlich über Tarif", erklärt Mohr. "Und ein Auszubildender, der alle Anforderungen erfüllt, kann durch Prämien seinen Lehrlingslohn verdoppeln."