Pinneberg

Leserbriefe

Ist das fair?

"Trainerin weiß nicht, warum sie vom TSV Wedel gefeuert wurde", PZ vom 17. Oktober

Weshalb wird beim Wedeler TSV eine allseits sehr beliebte, fähige, sympathische Übungsleiterin gefeuert?

Wir gehören der von Beate Hoffman geleiteten Pilates-Gruppe an. Alle Mitglieder dieser Gruppe sind empört und enttäuscht. Wir können es nicht fassen, dass scheinbar ohne triftigen Grund, Beate Hoffmann, Übungsleiterin für Pilates, Rückengymnastik, Herzsportgruppe und Kindertanzgruppe, zum 31. Dezember gekündigt wurde. Bei Nachfrage auf der Geschäftsstelle wurde keinerlei Auskunft über einen Grund für die Kündigung gegeben.

Sport hat auch mit Fairness zu tun. Wir fragen uns: Ist es fair, ohne plausible Gründe einer fähigen und beliebten Übungsleiterin zu kündigen? Ist es fair, eine allein erziehende Mutter ohne triftigen Grund rauszuwerfen? Während einer Versammlung der Turnersparte des Wedeler TSV im Frühling wurde erklärt, dass die Turnersparte zirka12 000 Euro Defizit erwirtschaftet hat. Als Begründung wurde die kostenintensive Leistungsriege der Turnabteilung genannt. Die Stadt Wedel gibt der Sparte einen Zuschuss, aber damit sei das Defizit nicht aufzufangen.

Ist Beate Hoffmann nun ein Bauernopfer und soll durch ihre Kündigung das Defizit ausgeglichen werden? Wir wissen es nicht!

Wir wissen nur, dass Beate Hoffmann ins soziale Abseits gedrängt wird und vielleicht sogar bald auf Sozialleistungen angewiesen sein wird, und somit auch die Allgemeinheit belasten wird. Möglicherweise gibt es Gründe für die Kündigung, die aber wohl nicht so spektakulär sind, sonst würde seitens des Vereins eine Stellungnahme in irgendeiner Form erfolgen. Viele Sportler, die mit Beate Hoffman trainieren, unterstützen sie in ihren Bemühungen, weiter für den Wedeler TSV tätig zu bleiben. Deshalb appelliert die Pilates-Gruppe an die Verantwortlichen des Wedeler TSV, die Kündigung von Frau Beate Hoffmann zurück zu nehmen.

Pilates-Gruppe des Wedeler TSV

Lutz Winkel per E-Mail

Parallel-Termin

"Bezeichnend", Leserbrief in der PZ vom 4. November

Lieber Herr Krogmann, Menschen wie Sie kenne ich in Wedel zur Genüge. Weder haben Sie mich verstanden, noch haben Sie das Verlangen, mich verstehen zu wollen. Ich frage mich, von welchen Grundwerten ein solches Denken ausgeht.

Ich habe betont, dass Integration nur dann gelungen ist, wenn alle (!) in Wedel lebenden Menschen am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben teilhaben. Ich habe überhaupt nicht von türkischen Mitbürgern gesprochen. Hier danke ich Ihnen, dass Sie mir zeigen, in welche Kategorien Sie die Menschen einteilen.

Ich habe mich in der Einwohnerversammlung für die Integration aller in Wedel lebenden Menschen ausgesprochen - und zwar ohne Unterschiede zu machen, wozu ich auch Ihnen dringend rate.

Es ist schade, dass Sie Ihre eigene Interpretation als Tatsache in die Öffentlichkeit tragen. Der Grund, weswegen wir die Einwohnerversammlung früher verlassen haben, ist ein anderer als der von Ihnen behauptete. Als Bürger und Bürgerinnen Wedels nehmen wir unsere historische Verantwortung wahr, und haben deshalb am - parallel zur Einwohnerversammlung tagenden - Arbeitskreis der Stadt Wedel gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsradikalismus teilgenommen.

Ich selbst werde stets rassistischen, faschistischen und antisemitischen Gesinnungen entgegentreten und hoffe stark, dass diese rechtsradikalen Gesinnungen in der Gesellschaft Sie stärker stören als die Tatsache, dass wir den Ratssitzungssaal leise verlassen haben.

Die begonnene Integrationspolitik muss nicht nur viel entschiedener fortgeführt, sondern wesentlich besser begründet und öffentlich erklärt werden!

Ihre Sicht, dass meine Forderung von der Verwaltung wenig wohlwollend aufgenommen wurde, ist ebenfalls nicht richtig. Vielmehr ist es so, dass die Verwaltung wieder einmal von der Politik im Stich gelassen wird.

Ich bin allerdings guten Mutes, dass die Grünen in Wedel sich besinnen und auch in migrationspolitischer Hinsicht ihre "Eigenständigkeit" wiedererlangen werden.

Hüseyin Inak, Wedel

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten.

An die Pinneberger Zeitung , Lindenstraße 30, 25421 Pinneberg E-Mail: pz@abendblatt.de