Pinneberg
Management

Sparkasse Südholstein muss ihre Führung neu ordnen

Vorstandschef Mario Porten (42) muss seinen Posten räumen, Ralph Schmieder (43) wird sein Nachfolger an der Spitze der Sparkasse Südholstein.

Kreis Pinneberg. Führungswechsel an der Spitze der Sparkasse Südholstein: Vorstandschef Mario Porten (42), seit vier Jahren als Nachfolger von Detlef Sternberg in diesem Amt, muss gehen. Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter Ralph Schmieder (43). Der Sparkassen- und Giroverband machte seine Unterstützung (30 Millionen Bürgschaft, 20 Millionen Euro stille Einlage) von diesem Personalwechsel abhängig.

Weder der neue Partner, die Haspa-Holding, die der finanziell angeschlagenen Sparkasse ein Darlehen von 30 Millionen Euro gewährt, noch der Verwaltungsrat teilten diese Auffassung. "Porten hat einen guten Job gemacht. Wir wollten, dass er bleibt", sagt Landrat Wolfgang Grimme, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates der zweitgrößten Sparkasse des Landes.

So präsentierten die Verantwortlichen der Sparkasse Südholstein mit ihren Stützern am Freitag eine Drei-Einigkeit, die wohl nur Fassade ist. Ein halbes Jahr verhandelten Grimme und die Vorsitzende des Aufsichtsrats, Roswitha Strauß (Kreis Segeberg), mit dem Giroverband über eine Stützung der Sparkasse. Von einer Ablösung Portens, der noch einen Vertrag bis 2013 hat, war da offiziell nie die Rede. Jetzt soll Mario Porten angeblich 950 000 Euro als Abfindung erhalten.

Erst vor wenigen Tagen knüpfte Verbandspräsident Jörg-Dietrich Kamischke die personelle Bedingung an den Stützungsfall. Donnerstag musste der Verwaltungsrat die Kröte bei zwei Gegenstimmen schlucken, "sonst wäre das Sanierungspaket nicht zustande gekommen", so Grimme. "Es haben sich jetzt drei Partner zusammengefunden, die die Sparkasse in ein stabiles Fahrwasser führen können."

Warum Porten gehen musste, erklärte Kamischke: "Die bedrängte Situation der Sparkasse ist nicht über Nacht entstanden. Die Verantwortung trägt der Vorstandsvorsitzende." Dem hält Grimme entgegen, dass Porten mit der Gründung der Norddeutschen Retail Service (NRS) AG, die für die Haspa sowie einige Sparkassen Schleswig-Holsteins und Bremen Finanzdienstleistungen abwickelt, den Verwaltungsapparat gut für die Zukunft aufgestellt habe. Grimme: "Das spart Kosten." Dafür spreche auch, dass nun mit dem NRS-Vorstand Axel Kodlin (47) der zweite Vorstandsmann neben Schmieder einstimmig berufen worden ist. Grimme. "Das ist ein echter personeller Gewinn für das Haus Sparkasse Südholstein."

Ein drittes Vorstandsmitglied für den Firmenkundenbereich werde noch gesucht, so Vorstandssprecher Schmieder, der weiter für Vertrieb und Privatkundengeschäft zuständig sein wird. Der überraschende Abgang Portens sei "nicht so glücklich für uns alle", so Schmieder. Er gab auch zu, vom Giroverband "weniger als erhofft" bekommen zu haben. "Die Geschäftspolitik wird sich aber nicht ändern." Die Sparkasse Südholstein sei "gut aufgestellt", auch wenn die Eigenkapitalquote mit 7,18 Prozent weiterhin unter der angestrebten Acht-Prozent-Marke liege. An der Zahl der Filialen (40) und Mitarbeiter (rund 1100 auf 830 Vollzeitstellen) werde sich nichts ändern. "Ein Stellenabbau ist konkret nicht vorgesehen."