Pinneberg
Radrennen: Vattenfall Cyclassics

Achtung, Sportler haben Vorfahrt

Am Sonntag müssen Verkehrsteilnehmer zwischen 8 und 16 Uhr mit erheblichen Behinderungen rechnen.

Kreis Pinneberg. Sie radeln wieder - die einen schneller, die anderen langsamer. Am Sonntag werden mehr als 20 000 Hobby- und Profisportler bei den 14. Vattenfall Cyclassics in die Pedalen treten. Wie immer führt die Route durch den Kreis Pinneberg. Während zahlreiche Fans die Aktiven an den Straßenrändern anfeuern werden, müssen sich die Autofahrer auf viele Straßensperrungen einstellen. Und da auch die Busse nicht durchkommen, gibt es Änderungen bei den Verbindungen (siehe Info-Kasten).

Gesperrt bleiben ab 7.45 Uhr die LSE auf gesamter Länge bis zum Kreisverkehr am Pinneberger Westring, die L 105 (Wedeler Straße) bis Kreisverkehr Appen-Etz, die K 15 (Lehmweg) bis Holm sowie die B 431 zwischen Holm und Wedel. "Wenn die letzten Fahrer durch sind, werden wir die Strecken zügig wieder öffnen", verspricht Dietrich Moltrecht, Einsatzleiter der Polizei. Dies werde ab 15 Uhr der Fall sein.

Die ersten Cyclassics-Teilnehmer werden laut dem Zeitplan gegen 8.07 Uhr an der Altonaer Chaussee die Landesgrenze zu Schenefeld passieren. Dabei handelt es sich um das 55-Kilometer-Feld. Gegen 8.36 Uhr werden die ersten Jedermänner den Wedeler Roland erreicht haben. Die zweite Welle wird gegen 10.41 Uhr in Schenefeld erwartet. Die ersten Teilnehmer, die sich für die 155 Kilometer lange Distanz entschieden haben, sind ab 11.10 Uhr am Roland. Die Profis kommen wie immer als letzte. "Gegen 14.11 Uhr erwarten wir die Spitzengruppe in Schenefeld", so Moltrecht weiter. Sie wird etwa 20 Minuten später am Roland vorbeipreschen. Etwa um 14.49 Uhr sollen alle Profis wieder das Hamburger Stadtgebiet erreicht haben.

Wer die Profis und Jedermänner in Aktion sehen möchte, kann im Kreis zwischen mehreren Logenplätzen wählen. Erfahrungsgemäß bieten sich die LSE-Brücken an sowie die Einmündung der LSE in den Wedeler Weg, wo die Radler langsamer fahren müssen. Längst kein Geheimtipp mehr (allerdings wegen der Sperrungen schwer zu erreichen!) ist Wedel, wo das beliebte Bike-Fest gefeiert wird. Schon am Sonnabendnachmittag werden ab 14 Uhr diverse Vereinssportler über ihre Clubs informieren, inklusive Torwandschießen und Basketball-Werfen. Abends haben sich "Big Harry und die Rundhofer Schlosserband" sowie die Wedeler Formation "Soundhagen" angesagt.

Den Auftakt am Sonntag macht ein Kindergottesdienst um 8 Uhr - danach geht es zum Jubeln an die Strecke. Besonders interessant ist die Verpflegungsstation am Hafen beim Schneider-Versand, die von der Radgemeinschaft Wedel betrieben wird. Ein guter Blick auf die Radler ist auch rund ums Fährhaus möglich.

Unterdessen laufen bei diversen Wedeler Teams die letzten Trainingseinheiten, um auf den Punkt fit zu sein. Die Freiwillige Feuerwehr wird beispielsweise eine Mannschaft stellen, und auch die Stadtwerke Wedel wollen bei der Veranstaltung des großen Wettbewerbers zeigen, welche Energie sie in den Beinen haben. Startgebühr und die Trikots wurden gesponsert und mit Werbung der Stadtwerke-Marke "wechselstrom" versehen. In Uetersen trainieren seit vielen Monaten sechs Mitglieder der Betriebssportgruppe des Seniorenheims "Haus am Rosarium". Fit for fun - fit for work - fit for team" lautet ihr Motto. Trainiert wird die Gruppe von Torsten Schmill, dem 43 Jahre alten Wohnbereichsleiter. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass Pflegekräfte einen physisch wie psychisch belastenden Beruf haben. Sie leiden überdurchschnittlich häufig unter Rückenbeschwerden und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Hinzu kommen Stressfaktoren wie hoher Zeitdruck und die ständige Konfrontation mit Krankheit, Behinderung und Tod. "Radfahren ist daher optimaler Ausgleich zum anstrengenden Job", sagt Schmill. Vorbildlich voran geht im Team Pflegedienstleiterin Tanja Nitz. Mit zur Truppe gehören als Youngster Anni Kluge (18) und Linda Repenning (23). Ebenfalls fit halten sich auf dem Rad Hauswirtschaftsleiter Gerd Milke (57) und Koch Bohuslav Volmut (46).