Pinneberg
Lokalpolitik

Kreishaus-Pläne: Annäherung an den Standort Elmshorn?

Elmshorn oder Pinneberg? Über die Frage, wo künftig der Standort des Kreishauses sein soll, müssen die 58 Abgeordneten des Kreistages während ihrer nächsten Sitzung am Mittwoch, 27. Mai, entscheiden.

Kreis Pinneberg - Die FDP wird einen mehrstufigen Antrag stellen, der in den Ausstieg aus dem jetzigen Vertrag mit Impala/Rahimi und der Annahme des Talkline/EMV-Angebots mündet. Aber zuerst müsse klar sein, ob ein Umzug der Kreisverwaltung überhaupt mehrheitlich gewünscht ist, fordert Fraktionschef Klaus G. Bremer. "Sonst macht die Kündigung des Vertrages keinen Sinn, und wir stehen womöglich im Sommer mit leeren Händen da."

Fest steht: Der Kreis Pinneberg kann aus dem Vertrag mit Impala aussteigen. Dieser hatte mehrere vertraglich vereinbarte Fristen nicht eingehalten, die einen fertigen Neubau des Kreishauses am Güterbahnhof in Pinneberg bis Ende nächsten Jahres sicherstellten. Der Kreis hat sogar einen Regressanspruch gegen Impala für die bisher geleisteten Ausgaben: knapp eine Million Euro. Dennoch ist die Verwaltung bereit, mit Impala einen neuen Vertrag abzuschließen, der einen Umzugstermin zum 1. Juli 2011 vorsieht. Als Entschädigung erhielte der Kreis rund 200 000 Euro. "Wenn der Kreistag am 27. Mai keine Entscheidung trifft, haben wir einen gültigen Vertrag mit Rahimi", betont Kreis-Pressesprecher Andreas Köhler.

Doch die Fraktionen sind sich untereinander und intern noch völlig uneins. Zum ersten Abtasten der Gefühle kam es am Mittwochabend während der Sitzung des Hauptausschusses. Dort fiel auf, dass die CDU-Vertreter sich nicht - wie noch wenige Tage zuvor - eindeutig zur Vertragsverlängerung mit Impala bekannten. Fraktionschefin Heike Beukelmann: "Es ist alles im Fluss. Wir müssen erst die Reihen ordnen." Auch im SPD-Antrag ist nicht mehr von einer Sanierung des alten Kreishauses die Rede ist. Das könnte dafür sprechen, dass sich auch bei der SPD inzwischen einige mit einem Standort in Elmshorn anfreunden könnten.

Die nackten Zahlen sprechen eindeutig für das Talkline/EMV-Angebot. In 25 Jahren würde der Kreis im Vergleich zum Impala-Projekt rund 30 Millionen Euro Miete sparen. Anfangs betrüge der Unterschied 660 000 Euro, am Ende der Laufzeit 2035 sogar 1,7 Millionen Euro im Jahr. (bf)