Pinneberg
Denglisch: Pinneberger Verkehrsgesellschaft bedankt sich für Lob des Vereins Deutsche Sprache

Die Jugend "chillt", das Alter entspannt

Der Auszubildende Michael Koß textete den neuen, modernen und flotten Werbespruch für den Linienbus.

Kreis Pinneberg. Vor drei Monaten wurde den Sprücheklopfern der Pinneberger Verkehrsgesellschaft (PVG) vom Verein Deutsche Sprache (VDS) der schleswig-holsteinische Sprachpreis verliehen. Die Auszeichnung zollte den witzigen Werbebotschaften Respekt, mit denen die Busgesellschaft der VHH-PVG-Gruppe ihre Fahrzeuge dekoriert. Stets achten die Texter strikt darauf, am so genannten Denglisch, der unnötigen Vermischung von Deutsch und Englisch, elegant und zielsicher vorbeizusteuern.

Nach der Ehrung hatte PVG-Kundendienstchef Dirk Carstensen, der sich die meisten Sprüche ausdachte, angekündigt, sich mit einer passenden Bus-Dekoration bei den Hütern der deutschen Sprache zu bedanken. Doch beim Versuch, einen Text im verbreiteten Jugend-Denglisch zu formulieren, scheiterte der Wortakrobat.

So sprang der PVG-Azubi und angehende Betriebswirt Michael Koß ein. Mit "Hey Digger, ich chill im Bus. - Probier's doch mal auf Deutsch: Na gut, dann entspann' ich eben im Bus", landete er auf der Seite eines PVG-Linienbusses einen Volltreffer. Und an der Heckwand erfahren die im Stau stehenden anderen Verkehrsteilnehmer: "Denglisch ist fast so schlimm wie Auto fahren! Unsere Bussprüche sind vom VDS zertifiziert."

Die Juroren vom Verband, Reiner Mix und Regionalleiter Jürgen M. Streich, waren höchst erfreut, als ihnen Carstensen und Co den Silberling mit den einfallsreichen Botschaften vorführten. "Das ist eine tolle Werbung für uns", sagte VDS-Sprecher Reiner Mix. Schließlich ist auf beiden Werbeflächen auch der Verein Deutsche Sprache als Urheber der Auszeichnung vermerkt.

VHH-PVG-Pressesprecher Kay Goetze bestätigte ebenso wie Carstensen, dass seit der Auszeichnung der Sinn für deutsch-englische Patzer im Unternehmen noch mehr geschärft wurde. Doch manchmal versagen auch die besten Absichten, wenn der HVV zur "FutureTour" einlädt oder Fahrzeuge mit bequemem Einstieg als "Low-Entry-Busse" bezeichnet werden.