Leserbriefe

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An die Pinneberger Zeitung ,

Lindenstraße 30, 25421 Pinneberg

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Banale Unkenntnis

"Radfahrer runter von den Radwegen", PZ vom 26. Mai

Sie schreiben in Ihrem Artikel "Radfahrer runter von den Radwegen" vom 26. Mai: "So hat Nowobilski kein Verständnis dafür, wenn - wie in Pinneberg - sogar in Tempo-30-Zonen Radwege benutzt werden müssen. Gerade dort - so der Experte - gehörten die Radfahrer auf die Fahrbahn."

Leider scheint nach diesem Satz der so genannte Experte ebenso wenig Kenntnis des aktuellen Verkehrsrechts zu haben, wie die Pinneberger Ordnungsbehörde. Die StVO schreibt in Ý 45 Absatz 1c nämlich explizit vor, dass Tempo-30-Zonen dort nicht ausgewiesen werden dürfen, wo benutzungspflichtige Radwege vorhanden sind. Oder umgekehrt: in Tempo-30-Zonen dürfen laut verbindlicher Vorschrift keine benutzungspflichtigen Radwege ausgewiesen werden.

Das heißt, die Ordnungsbehörde der Stadt Pinneberg verstößt gegen geltendes Recht, sei dies nun vorsätzlich oder einfach aus banaler Unkenntnis der Gesetzeslage. So oder so, die Verantwortlichen sollten sich dringend einmal mit den gesetzlichen Grundlagen ihres Handelns vertraut machen, regelmäßige Schulungen wären zu empfehlen, und diese Radwege-Schilderei schleunigst beseitigen.

Eva Kröcher

ADFC Stadtteilgruppe West

Frankfurt am Main

Lob für die Polizei

Ein dickes Lob an die Pinneberger Polizei- und Verkehrsbehörden! Obwohl die geänderten StVO-Vorschriften für mehr Sicherheit im Radverkehr schon seit sechs Jahren gelten, scheint Pinneberg leider der einzige Kreis in Norddeutschland zu sein, wo das Recht auch konsequent angewendet und dazu offensiv über das sichere Radfahren auf der Fahrbahn aufgeklärt wird.

Der ADFC in Lüneburg versucht schon seit Monaten die Kreisverwaltung mit genau den im Artikel genannten Argumenten davon zu überzeugen, die Benutzungspflicht für die gemeinsamen Geh- und Radwege in den Dörfern möglichst aufzuheben - leider ohne Erfolg. Grund: Wenn die blauen Radwegschilder entfernt würden, ginge die Baulast für diese Sonderwege auf die Gemeinden über, was diese ablehnen würden. Ein Grund, der betroffene Verkehrsteilnehmer nur schwer überzeugen dürfte.

Ein betroffenes Mitglied musste jetzt ebenso wie in Lauenburg den Rechtsweg beschreiten. Der Ausgang des Verfahrens dürfte wohl außer der Kreisverwaltung niemanden überraschen.

Volker Holsten

(ADFC Lüneburg)

Katzenstraße 2

21335 Lüneburg

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