Pinneberg
Studie: Verbindung von Hamburg über Quickborn nach Kaltenkirchen

Neue S-Bahnlinie auf AKN-Strecke?

Experten sollen Kosten, technische Realisierung und Folgen einer S4 für den Pendlerverkehr untersuchen.

Quickborn/Hamburg. Eine ständige direkte Schienenverbindung von Quickborn zum Hamburger Hauptbahnhof, ohne dass die Fahrgäste umsteigen müssen, wird immer wahrscheinlicher. Unabhängig von der Frage, ob die AKN dieses Angebot in den Morgen- und Abendstunden auch zukünftig weiterführen kann (siehe Info-Kasten), wird jetzt eine S-Bahn-Verbindung von Hamburg über Quickborn nach Kaltenkirchen geprüft.

Im Sommer soll dazu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden, kündigte jetzt ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Kiel an.

"Das soll jetzt untersucht werden", sagt Harald Haase. Bis Mitte nächsten Jahres wird das Ergebnis erwartet, was es kostet, wie es technisch zu realisieren ist und welche Auswirkungen es auf den Pendlerverkehr zwischen den beiden Ländern hat. 2017, so der Planungshorizont, könnten die ersten S-Bahnen einer möglichen Linie S 4 ähnlich wie nach Wedel (S1) und Pinneberg (S3) nach Westen in nördlicher Richtung fahren. "Das fiele zeitlich zusammen mit der Fertigstellung der Fehmarn-Beltquerung."

Vor einem Jahr hatte der damalige Verkehrsminister Dietrich Austermann ein Drei-Achsen-Konzept vorgelegt. Danach plant die Landesregierung Schnellzüge von Itzehoe, Kaltenkirchen und Bad Oldesloe zum Hauptbahnhof. 500 Millionen Euro soll die Investition dafür in einem ersten Schritt kosten. Die jetzt geplante Machbarkeitsstudie sei die Umsetzung dieser "Vision", sagt Haase.

So untersucht die S-Bahn zurzeit die Möglichkeit, die Regionalzüge R10/R11 nach Bad Oldesloe und Ahrensburg durch eine neue schnellere S4-Verbindung zu ersetzen. Diese Züge bräuchten wiederum einen entsprechenden Endhaltepunkt auf der anderen Seite des Stadtgebiets, sonst macht das keinen Sinn, sagt ein Experte im Verkehrsministerium. "Das wäre ein K.O.-Punkt."

Somit wird nun die Untervariante Kaltenkirchen ab Sommer mit untersucht. Die Strecke Eidelstedt-Quickborn hatte Verkehrsminister Werner Marnette dafür favorisiert. Im Dezember, nach dem Aus für den Metroexpress, sagte er: "Wir werden uns jetzt auf den Ausbau der vorhandenen Schienenstrecke der AKN von Hamburg über Quickborn nach Kaltenkirchen konzentrieren."

Die Gleise der AKN könnten für die neue S-Bahn-Linie genutzt werden. Sie müssten nur mit einer Strom-Oberleitung oder einer zusätzlichen Stromschiene versehen werden, wie dies bei S1 und S3 der Fall ist, erklärt S-Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis.

AKN-Sprecher Jörg Minga sagt über diese Zukunftspläne: "Wir können uns sehr gut vorstellen, eine elektrisch betriebene Bahnverbindung aus dem Kreis Pinneberg zum Hauptbahnhof zu betreiben." Er sei zuversichtlich, dass sein Bahnunternehmen bei einer entsprechenden Ausschreibung für diese Linie den Zuschlag erhalten wird. "Das ist wie beim Sport. Der Bessere gewinnt."