Wedel. Jetzt haben Wedels Sozialdemokraten ihren Bürgermeister-Kandidaten auf den Schild gehoben: Er heißt Stephan Kohn, ist 41 Jahre alt und zur Zeit als Referent im Bundesinnenministerium für Kommunalwesen zuständig. Kohn, der sich auf einer Mitgliederversammlung des Ortsvereins gegen den Unternehmer Harald Röder (54) aus Wedel durchsetzte, muss nun noch von der Fraktion offiziell nominiert werden. Knapp 50 Genossinnen und Genossen hörten im Sportrestaurant die Ausführungen der beiden Bewerber. Bereits im Vorfeld war Michael Sarach (50), Mitarbeiter im Schweriner Sozialministerium, ausgeschieden. Kohn, in Hamburg geboren, wuchs in Ahrensburg auf. Und die Sehnsucht nach Schleswig-Holstein ist es, die den verheirateten Vater eines Kindes wieder von Berlin aus nach Holstein zieht. Der Diplom-Politologe befasst sich in seinem jetzigen Job unter anderem mit Grundsatzfragen und den Kontakten des Ministeriums zu den kommunalen Spitzenverbänden, er bereitet Ministertermine vor, schreibt Reden und Vorlagen für die Hausleitung in punkto Themen mit Kommunalbezug - sei es Gemeindefinanzreform oder Bürokratieabbau, kommunale Wirtschaft oder Kommunalverfassungsrecht. Außerdem fungiert Kohn als deutscher Vertreter im Lenkungsausschuss für lokale und regionale Demokratie im Europarat. Seit 1990 gehört er der SPD an, schätzt an der Partei besonders ihr Eintreten für die soziale Komponente in der Politik sowie ihr Engagement für Mitbestimmung und Bürgerrechte. In Bezug auf Wedel hat Kohn noch keine detaillierten Konzepte, wie die Stadt gestaltet werden soll. Er setzt auf Ideen aus der Fraktion und ergänzt: "Aber dabei nicht allein aus einer. Es ist in Zeiten der Finanzknappheit wichtig, Konsens herzustellen." Als eines der stärksten Argumente dafür, dass gerade er Bürgermeister von Wedel werden sollte, sieht er seine Unbefangenheit: "Ich komme von außen und habe das Potenzial, unbefangen auf alle Gruppen zuzugehen."